Porträt Gerhard Schmid: Offensives Schlitzohr - DER SPIEGEL
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Porträt Gerhard Schmid Offensives Schlitzohr

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Die Karriere des 48-jährigen Gerhard Schmid begann unspektakulär. Der Sohn eines Maurers und einer Hausfrau aus dem fränkischen Selb absolvierte eine kaufmännische Lehre und studierte Betriebswirtschaft an den nahe gelegenen Universitäten Nürnberg/Erlangen und Regensburg. Sein Studium finanzierte er sich als Eishockey-Trainer beim ERC Selb und begann seinen Berufsweg als Vorstandsassistent bei der Porzellanfabrik Hutschenreuther in seiner Heimatstadt. Später führte ihn seine berufliche Laufbahn nach einem Abstecher als Geschäftsführer beim Ostseebad Damp in den Vorstand des Münchner Autovermieters Sixt, für den er sehr erfolgreich für Marketing und Vertrieb verantwortlich war.

Bei Sixt begegnete Schmid ein Mann, der zum Auslöser für das "kapitalistische Märchen" (Die Woche) wurde, die spätere Mobilcom-Erfolgsstory. Ein Vertreter wollte dem Vertriebschef Mobiltelefone für die Mietwagen verkaufen und schwärmte von den rosigen Aussichten auf dem neuen Markt. Schmid gab seinen sicheren Vorstandsposten auf und wagte mit einer Sekretärin und einer Mobilfunk-Lizenz den Sprung in die Selbstständigkeit. Der unternehmerische Erfolg machte ihn zum Milliardär.

Schmid ist, weit stärker als viele andere Unternehmer, in der Öffentlichkeit präsent und vertritt das Unternehmen offensiv nach außen. So ermöglichte er Marketing- und Markterfolge, die nicht allein auf die Leistungsfähigkeit des Unternehmens, sondern vor allem auf den hohen Bekanntheitsgrad zurückzuführen sind. Mit der Telekom provozierte er gerichtliche Auseinandersetzungen, als er das Erscheinungsbild ihrer Werbung kopierte. In der vergangenen Woche kündigte sein Unternehmen Klage gegen die 16,6 Milliarden Mark UMTS-Lizenzgebühr an. Schauspieler Manfred Krug machte in einem Fernsehspot das Unternehmen als "Mogelcom" herunter. Doch Schlitzohr Schmid weiß: Auch solche Anti-Werbung macht die MobilCom bekannter.