Porträt: Weltbürger Caio Koch-Weser - DER SPIEGEL
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Porträt Weltbürger Caio Koch-Weser

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Caio Koch-Weser soll nach dem Willen der Bundesregierung als erster Deutscher Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) werden. Der 55-jährige Finanz-Staatssekretär hat als Weltbank-Manager internationale Erfahrung gesammelt.

Bereits 1973 trat Koch-Weser bei der Weltbank an. Er arbeitete sich zum Assistenten des Weltbankpräsidenten, dann zum Abteilungsleiter Westafrika und Vizepräsidenten hoch. 1996 wurde Koch-Weser einer der vier geschäftsführenden Direktoren der IWF-Schwesterorganisation.

Im Mai 1999 holte Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) Koch-Weser als beamteten Staatssekretär für internationale Währungspolitik nach Berlin. Koch-Weser ersetzte dort Heiner Flassbeck, der dem zurückgetretenen Eichel-Vorgänger Oskar Lafontaine das theoretische Rüstzeug geliefert hatte.

Seine Kindheit verbrachte Koch-Weser auf einer brasilianischen Kaffeeplantage. Sein Großvater war als einer der führenden liberalen Politiker der Weimarer Republik 1933 mit seiner Familie nach Brasilien ausgewandert. Caio Koch-Weser wurde dort am 25. Juli 1944 geboren, machte sein Abitur jedoch 1964 in Deutschland.

In Münster, Berlin und Bonn studierte er Volkswirtschaftslehre und Soziologie, ehe er 1969 als Stipendiat der Friedrich Ebert Stiftung nach Rio de Janeiro ging. Der Diplom-Volkswirt Koch-Weser spricht neben Deutsch und Portugiesisch fünf weitere Sprachen, darunter Chinesisch. Er besitzt die deutsche und die brasilianische Staatsbürgerschaft, ist verheiratet und hat drei Kinder.