Post-Börsengang Kunden der Postbank bevorzugt
Berlin - Die Inhaber der rund zehn Millionen Giro- und Sparkonten sollten Sonderrechte erhalten, wenn sie so genannte P-Aktien zeichneten, sagte Zumwinkel der Tageszeitung "Die Welt", ohne Einzelheiten zu nennen.
Auch den rund 250.000 Mitarbeiter der Post sollen bisher einmalige Vorteile geboten werden, wenn sie sich an ihrem Konzern beteiligen wollen. Sie würden zum Beispiel zinslose Darlehen bei der Postbank beantragen können. Dieses Sonderprogramm für die Belegschaft werde jenes der Deutschen Telekom "bei weitem übersteigen", betonte Zumwinkel. Ziel sei es, dass alle Kleinanleger Aktien erhielten.
Der Post-Vorstandsvorsitzende bestätigte außerdem den 6. November als "Arbeitstermin" für den Börsenstart des bisherigen Staatskonzerns. Die Post werde in jedem Fall im November an der Börse starten; der Zeitpunkt sei nicht mehr von dem ebenfalls für Herbst geplanten Börsengang der Telekom-Mobilfunktochter T-Mobil abhängig. Dies sei so mit dem Bund als bisherigem Alleineigentümer vereinbart.
In der Vergangenheit hatte es stets geheißen, zwischen den Börsengängen von T-Mobil und Post sollten etwa vier Wochen liegen. Der Staat soll eine Mehrheit behalten, aber mindestens 25 Prozent der Post an den Aktienmarkt bringen.
In den Streitfällen vor der EU-Kommission um mögliche unerlaubte Beihilfen des Bundes und Wettbewerbsbehinderungen durch die Post steckt Zumwinkel zufolge ein finanzielles Risiko von höchstens 500 Millionen Mark. Man orientiere sich an einem Beihilfeverfahren gegen Air France, das mit einer Zahlung von 445 Millionen Mark eingestellt wurde. Allerdings gehe der Post-Vorstand im aktuellen Fall von einer deutlich niedrigeren Summe aus. Analysten zufolge verkraftet die Post eine solche Strafe, auch der Börsengang sei nicht gefährdet. Nur das Image würde Schaden erleiden.