Post Nur lokale Konkurrenz
"Wir beschränken uns ausschließlich auf unsere regionalen Postaktivitäten", betont Michael Grabner, Geschäftsführer der Stuttgarter Verlagsgruppe Holtzbrinck. Vergangene Woche hatte der Vorstoß von Lokalverlegern für Schlagzeilen gesorgt, die unter dem Namen "Zweite Deutsche Post" dem Bonner Staatskonzern auf nationaler Ebene Konkurrenz machen wollten.
Doch die angeblich mächtige Allianz bröckelte schnell. Nachdem sich zunächst die Madsack-Gruppe ("Hannoversche Allgemeine") von dem ehrgeizigen Projekt distanzierte, dementiert nun auch Holtzbrinck. Es gehe nur darum, gemeinsame technische Standards zu erarbeiten, versicherte Grabner, dessen Verlag bereits vor zweieinhalb Jahren mit dem lokalen Postgeschäft begonnen hat.
Inzwischen stellen Zeitungsboten der Würzburger "Main-Post" und weiterer Holtzbrinck-Blätter in Cottbus, Konstanz, Saarbrücken und Trier monatlich über 1,4 Millionen Sendungen zu. Dabei handelt es sich jedoch nur um Geschäftspost von Großkunden und Rechnungen der regionalen Energie- und Wasserversorger. "In diesem Segment wollen wir Chef sein", sagt Holtzbrincks Regionalzeitungschef Axel Gleie. Privatbriefe und bundesweite Zustellung überlassen die Newcomer weiterhin den Briefträgern der Post.