Post und Telekom Milliardengeschäfte unter Schwestern
Düsseldorf/Bonn - Der Vertrag ist einer der größten Outsourcing-Aufträge, die in diesem Jahr in Deutschland vergeben wurden. Die Laufzeit wurde auf fünf Jahre festgelegt. Wie Post-Sprecher Uwe Bensien betonte, stammt die verlängerte Vereinbarung mit T-Systems aus dem Jahr 2000. Details zum Vertrag wollte er jedoch nicht nennen.
Das "Handelsblatt" hatte berichtet, dass T-Systems den Betrieb und Service für 55.000 Computer-Arbeitsplätze an 3000 Standorten in Deutschland übernehme. Darüber hinaus werde die Deutsche Telekom das Datennetz betreiben, das die Postfilialen bundesweit verbindet. Branchenintern heißt es jedoch, dass T-Systems nicht neue Dienste übernehme, sondern der alte Auftrag während der vergangenen Jahre aufgestockt worden sei.
Im Mai 1999 hatten Post und Deutsche Telekom vereinbart, in den Bereichen IT, Netzbetrieb für die Logistik und Druckdienstleistungen enger zusammenzuarbeiten. Die IT-Aufgaben wanderten schließlich Anfang 2000 von der Post zur Telekom und der Logistikbereich von der Telekom zur Post. Insgesamt waren damals über 3000 Mitarbeiter von der Vereinbarung betroffen.
Post: Es ist nicht wie es scheint
Experten sagen, dass sich der Auftrag seitdem mit dem zunehmenden Einsatz von IT fließend entwickelt habe und mittlerweile ein deutlich größeres Volumen umfasse als am Anfang. Sprecher Bensien sagte, dass es sich bei dem jetzigen Auftrag um eine rein kaufmännische Entscheidung handele. Das habe nichts damit zu tun, dass Post und Telekom einst ein gemeinsamer Betrieb gewesen seien.
Angeblich hatte sich auch IBM um den Auftrag bei der Post bemüht. Doch gelten die Beziehungen zwischen Telekom und Post als schwer zu durchdringen.
Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel, zugleich auch Aufsichtsratsvorsitzender der Telekom, plant derweil weitere Schritte, um den Umbau der weltweiten Infrastruktur der Post voranzutreiben. In diesem Monat noch soll in Prag eines von bald drei zentralen Rechenzentren eröffnet werden. Der Konzernchef will die Zahl der Rechenzentren von 18 auf drei reduzieren. Neben Prag werden künftig die Daten an den Standorten Kula Lumpur und Scottsdale in Arizona gesammelt. Durch die Reduzierung erhofft sich die Post einen Ergebnisbeitrag von rund 50 Millionen Euro jährlich.