Postbank: Verkaufsgerüchte treiben Aktienkurs - DER SPIEGEL
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Postbank Verkaufsgerüchte treiben Aktienkurs

Die Börse fiebert dem Verkauf der Postbank entgegen - und er Kreis der Interessenten wird immer größer. Die Zaungäste wittern schon einen kräftigen Spekulationsgewinn und decken sich in großem Umfang mit Papieren ein.
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Frankfurt am Main - Noch sind es nur Gerüchte, unbestätigte zumal. Doch für die Anleger an der Börse scheint die Zeit des Abwartens vorüber zu sein. Sie trieben den Aktienkurs des der Postbank   in die Höhe. Der Dax-Wert legte in Frankfurt am Main zeitweise um mehr als acht Prozent zu.

Die Aussicht auf einen baldigen Verkauf der Postbank hat aber auch den Finanzwerten insgesamt Auftrieb gegeben. "Die haben an den vergangenen Handelstagen ja auch fürchterlich gelitten", sagte ein Händler. So legten die Papiere der Commerzbank   um 2,3 Prozent zu, die Aktien der Deutschen Bank   um zwei Prozent. Der Dax notierte dagegen am Mittag lediglich 0,8 Prozent im Plus.

Den aktuellen Anlass für das Kursfeuerwerk lieferte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung": Ihrem Bericht zufolge ist bis spätestens bis Ende der Woche mit einem offiziellen Startschuss für den Verkauf der mit 14,5 Millionen Kunden größten deutschen Publikumsbank zu rechnen. Die Deutschen Bank Post, die mit 50 Prozent und einer Aktie noch die bestimmende Mehrheit bei der Postbank hält, verweigerte jeden Kommentar.

Wie die "FAZ" weiter schreibt, sollen die Dresdner Bank und die Commerzbank   als mögliche gemeinsame Käufer inzwischen aus dem Rennen sein, weil sie sich untereinander nicht einig sind. Daneben hatte in den vergangenen Monaten auch die Deutsche Bank Interesse an einer Übernahme der Postbank bekundet. Andererseits sollen auch ausländische Geldinstitute wie die spanische Santander  , die britische Großbank Lloyds TSB   oder die französische BNP Paribas   Interesse zeigen. Auch die belgisch-niederländische Fortis  -Gruppe wurde genannt.

"Für den Aktienkurs der Postbank werten wir die Möglichkeit eines Verkaufs ins Ausland positiv, weil sich damit die Zahl der Bieter erhöht", erklärte LBBW-Analyst Olaf Kayser. Einen weiteren Schub erhielten die Aktien der Post-Tochter am späten Morgen, als Gerüchte am Markt herumgereicht wurden, wonach Lloyds TSB 67 Euro pro Postbank-Aktie bieten könnte.

Einen Käufer aus dem Ausland würden auch die Gewerkschaften am liebsten sehen. Denn zuvor hatten Branchenexperten darauf hingewiesen, dass eine Dreierlösung mit Commerzbank und Dresdner die meisten Arbeitsplätze kosten würde.

mik/Reuters/AP