Preisanstieg Benzin so teuer wie noch nie
Hamburg - Nach einer erneuten Preiserhöhung um drei Pfennig je Liter kostet Normalbenzin jetzt mindestens 2,17 Mark je Liter, Super 2,21 Mark und Super plus 2,30 Mark. Der Preis für Dieselkraftstoff veränderte sich dagegen nicht und bleibt unverändert bei 1,67 Mark pro Liter. Bereits am Mittwoch hatten die Unternehmen die Preise an den Zapfsäulen um fünf Pfennig angehoben.
"Das sind leider keine guten Nachrichten für die Verbraucher", sagte Thomas F. Schalberger von der TotalFinaElf, die die neue Preisrunde eingeleitet hatte. "Aber selbst die sehr hohen Preise sind für uns noch nicht so, dass der Verkauf von Benzin wirtschaftlich wirklich interessant ist." Auch andere Konzernsprecher sagten, dass die Preise nur knapp kostendeckend seien.
Hintergrund für die hohen Preise an den Tankstellen seien die Notierungen am europäischen Benzinmarkt in Rotterdam. "Benzin ist weltweit so teuer wie noch nie in diesem Jahr", sagte Rainer Winzenried von der Deutschen Shell. Die Rekordpreise in Deutschland sind seiner Meinung nach allerdings auch auf die Steuern zurückzuführen.
Die Benzinpreise übertrafen ihren bisherigen Höchststand, den sie in der Woche nach Ostern erreicht hatten, um zwei Pfennig je Liter. Die hohen Großhandelspreise in Rotterdam führen die Unternehmen auf Käufe aus den USA zurück, wo der Benzinbedarf nicht mehr aus den heimischen Raffinerien gedeckt werden kann. Zudem haben einige US- Bundesstaaten ihre Anforderungen an die Benzinqualität erhöht und fordern schwefelarmen Sprit, den die USA selbst gar nicht herstellen.
Die zusätzliche Nachfrage aus den USA stößt in Europa auf ein Angebot, das sich nicht kurzfristig ausweiten lässt. "Die Raffinerien sind ausgelastet und arbeiten an ihrer Kapazitätsgrenze", sagte Schalberger.