Preisanstieg Öl verteuert Lebenshaltungskosten
Berlin/Wiesbaden - Dies teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag nach vorläufiger Berechnung auf Basis von Daten aus sechs Bundesländern mit. Damit lagen die Verbraucherpreise im Schnitt wie schon im Februar um 1,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Experten hatten einen etwas geringeren Preisanstieg und eine niedrigere Jahresteuerung erwartet.
Besonders steigende Energiekosten belasteten im März die Verbraucher. "Noch stärker als im Februar trieben die Preise für Heizöl und Kraftstoffe die Teuerung", so die Statistiker. Heizöl kostete bis zu 40 Prozent mehr als vor einem Jahr; an den Zapfsäulen mussten die Verbraucher teilweise über 7 Prozent mehr ausgeben. In Hessen verteuerte sich allein von Februar auf März Heizöl um fast 14 Prozent und Kraftstoffe um gut 5 Prozent.
Mit Einführung der Frühjahrskollektionen und dem Ende des Winterschlussverkaufs mussten die Verbraucher für Bekleidung und Schuhe mehr ausgeben. In Baden-Württemberg verteuerten sich diese Waren beispielsweise um gut zwei Prozent. Der kalte Winter sorgte zudem bei Obst und Gemüse für kräftige Preissteigerungen: So lagen in Nordrhein-Westfalen die Preise für Frischgemüse um gut elf Prozent über dem Niveau vom März 2004. Im Vergleich zum Vorjahr sanken dagegen die Preise für elektronische Geräte. Im Vergleich zum Februar verbilligten sich auch Pauschalreisen.
Der für die europäische Geldpolitik maßgebliche Harmonisierte Verbraucherpreisindex stieg im März zum Vormonat um 0,3 Prozent an. Die Jahresrate sank damit auf 1,6 Prozent von 1,8 Prozent im Februar. Den inflationstreibenden Effekt des teuren Öls belegte auch die Importpreisentwicklung im Februar: Für Einfuhren mussten deutsche Firmen 0,8 Prozent mehr als im Januar und 3,7 Prozent mehr als vor einem Jahr bezahlen. Ohne Öl und Mineralölerzeugnisse wären die Einfuhrpreise nur um 0,5 Prozent zum Vormonat und um 1,5 Prozent zum Vorjahr gestiegen.