Preiserhöhung Gasprom droht Weißrussland mit Lieferstopp
Moskau - Anfang des Jahres hatte Gasprom der Ukraine den Gashahn zugedreht, weil das Land sich geweigert hatte, einen höheren Gaspreis zu zahlen. Am Neujahrstag stellte Gasprom die Lieferungen ein - und provozierte damit auch Versorgungsengpässe in ganz Europa.
Jetzt verlautet aus Gasprom-Kreisen, ein ähnliches Schicksal drohe Weißrussland, wenn das Land einer Verdreifachung des Gaspreises nicht zustimmt.
Weißrussland ist die einzige von russischem Erdgas abhängige ehemalige Sowjetrepublik, der Moskau den Gaspreis im vergangenen Jahr nicht erhöhte. Derzeit zahlt das Land umgerechnet 38 Euro pro 1000 Kubikmeter Erdgas. Gasprom verlangt eine Erhöhung auf mindestens 116 Euro ab 2007, sagte Gasprom-Sprecher Sergej Kuprianow.
"Ich möchte nicht wieder den Neujahrstag im Auto oder im Büro feiern", sagte Kuprianow dem Radiosender Ekho Moskvy mit Blick auf den zurückliegenden Disput mit der Ukraine. "Der Grund, dass wir schon so früh Gespräche mit Weißrussland beginnen, ist, dass wir sie beizeiten abschließen können."
Beobachter interpretieren die Gasprom-Drohung als einen Versuch Moskaus, stärkere Kontrolle über die Gasleitungen Weißrusslands zu erlangen. Durch diese wird - wie auch durch die ukrainischen Leitungen - Erdgas zum lukrativen europäischen Markt transportiert.
kaz/AP