Preiserhöhungen: Gasprom knöpft sich Bulgarien vor - DER SPIEGEL
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Preiserhöhungen Gasprom knöpft sich Bulgarien vor

Zwei Tage ist es her, dass Gasprom und die Ukraine ihren Zwist um Gaspreise beendet haben. Nun ist ein ähnlicher Konflikt in Bulgarien ausgebrochen - auch dort will der russische Staatskonzern mehr verdienen.
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Sofia - Bulgarien lehnte heute eine vom Gasprom geforderte Preisanhebung entschieden ab. Die von der russischen Seite verlangte Änderung der Lieferverträge sei für Bulgarien nicht akzeptabel, sagte eine Sprecherin des Energieministeriums in Sofia.

Nach bulgarischen Angaben gibt es zwischen beiden Ländern einen bis 2010 gültigen Liefervertrag.  Bulgarien bezieht einen Großteil seines Gases von Gasprom. Durch das Land laufen auch die Leitungen, die die Türkei, Griechenland und Mazedonien mit russischem Erdgas versorgen. Gasprom verrechnet dafür eigentlich zu zahlende Durchleitungsgebühren mit der Gas-Rechnung an Bulgarien und berechnet Sofia einen Sonderpreis.

Nun will Gasprom nach bulgarischen Angaben die Preise auf "marktübliches Niveau" anheben und im Gegenzug die Gebühr für die Durchleitung in Bar bezahlen. Nach Angaben des bulgarischen Energieministeriums kostet unter den derzeitigen Bedingungen geliefertes Gas etwa 83 Dollar pro 1000 Kubikmeter. Außerhalb dieses Vertrages zugekauftes Gas koste indes 257 Dollar.

Wichtiges Transitland mit geringem Eigenverbrauch

Bulgarien deckt seinen Energiebedarf zum Großteil über Atomkraft und Kohlekraftwerke ab und hat deshalb zwischen Januar und November 2005 nur moderate 2,73 Milliarden Kubikmeter Erdgas verbraucht. Durch die Leitungen über bulgarisches Gebiet strömen aber 14 Milliarden Kubikmeter in die Nachbarländer, wobei Griechenland darüber 50 Prozent, die Türkei 60 Prozent und Mazedonien seinen kompletten Gasbedarf deckt.

Erst am Mittwoch hatten Russland und die Ukraine auch unter internationalem Druck ihren Streit um höhere Preise beigelegt. Zuvor hatte Gasprom der Ukraine zeitweise das Gas abgedreht, was auch in vielen Ländern Europas zu Lieferausfällen geführt hatte.