Preisexplosion US-Öl auf neuem Rekordhoch
Tokio - Der Preis für ein Barrel (rund 159 Liter) der Marke Sweet Light Crude zur Lieferung im September stieg im frühen elektronischen Handel vorübergehend um zehn Cent auf 44,25 Dollar und lag damit so hoch wie noch nie seit Beginn des Terminhandels an der Nymex vor 21 Jahren. Damit lag der Preis leicht über der bereits gestern erreichten Höchstmarke. Der Anschlag auf eine Pipeline im Irak am Dienstag und die jüngste Terrorwarnung in den USA verstärkten die Angst vor Lieferengpässen am Markt. Auch die Pleite des russischen Ölkonzerns Jukos beunruhigt Ölhändler. Sie befürchten, das Unternehmen könnte demnächst die Förderung einstellen.
"Es besteht das Risiko, dass die hohen Ölpreise das globale Wachstum bremsen und die Nachfrage der Konsumenten deutlich schwächen", sagte Koichi Ogawa von Daiwa SB Investments gegenüber Bloomberg. Nach Berechungen des Daiwa Institute of Research kostet in Japan jeder zehnprozentige Anstieg des Ölpreises die Unternehmen 1,7 Prozent ihres operativen Ergebnisses.
Der Automobilclub von Deutschland (AvD) befürchtet in den kommenden Wochen Preiserhöhungen von bis zu zehn Cent pro Liter. Sollte die weltweite Terrorangst weiterhin groß bleiben, könne der Preis für den Liter Superbenzin erstmals bis auf 1,30 Euro steigen. Ende vergangener Woche hatte ein Liter Super bundesweit durchschnittlich 1,20 Euro gekostet. Für Diesel-Kraftstoff befürchtet der AvD Preiserhöhungen auf über einen Euro pro Liter.