Preisfrage Die Tricks der Händler
Trick 1: Spiel mit Groß und Klein, Krumm und Rund
Der Verbraucher ist an bestimmte Preissignale gewöhnt. Der größer geschriebene Preis wird für die Kaufentscheidung herangezogen. Dieses gelernte Verhalten lässt sich leicht nutzen: Der Signalpreis - mit ,99 in Euro angegeben - sieht auf den ersten Blick kleiner aus als der bisherige D-Mark-Preis. Kleingedruckt wird dahinter der krumme Umrechungsbetrag in alter Währung angegeben. Dass dieser sich erhöht hat, wird leicht übersehen.
Beispiel: Ein Cocktail hat in einer Bar zuvor 12,90 Mark gekostet. Der neue Preis in Euro wird nun fettgedruckt mit 7,99 Euro angegeben. Dahinter steht - schlechter lesbar - 15,63 Mark.
Trick 2: "Darf es etwas weniger sein?"
Schön unauffällig ist es, an der Packungsgröße herumzuspielen. Eine Zeitlang war es üblich, mit dem Slogan "Mehr drin für das gleiche Geld" zu werben und die Vergrößerung der Verpackung in Signalfarben darzustellen. Gleiches ist natürlich in umgekehrter Richtung möglich. Doch bei kleineren Mengen zum gleichen Preis sind die Unternehmen weit weniger auskunftsfreudig.
Beispiel: Eine Marmelade wurde bisher immer in 450-Gramm-Gläsern angeboten. Der Supermarkt kündigt groß einen etwas billigeren Preis für die Marmelade an und schreibt klein daneben, dass dies jetzt für nur noch 340 Gramm gilt.
Trick 3: Der falsche Kurs
Wer sagt denn, dass der Euro-Preis die korrekte Umrechnung des momentanen D-Mark-Preises sein muss? Dem Verbraucher sollte es komisch vorkommen, wenn sowohl D-Mark-, als auch Euro-Preis mit ,90 enden. Dahinter verbirgt sich oft der Versuch, bereits jetzt in den Köpfen einen höheren Preis in Euro zu etablieren.
Beispiel: Bei einem Taschenbuch wird neben dem momentanen Preis von 12,90 Mark auch der zukünftige Preis von 6,90 Euro aufgedruckt. Der korrekte Wechselkurs läge aber bei 6,60 Euro.
Trick 4: Krumme Preise - bewusst gewählt
Der Verbraucher ist an Signalpreise gewöhnt. In der Regel endet alles, was man kauft, mit ,99 oder ,49. Was aber, wenn plötzlich völlig krumme Summen auf dem Kassenzettel stehen? Der Verbraucher ist verwirrt. Natürlich sagt der Händler, damit würde eine spätere Umstellung auf den Euro vorbereitet. Gerne rechnet er vor, dass man dann noch abrunden werde. Dass der momentane Preis höher ist als der alte, sagt er aber nicht.
Beispiel: Ein Brötchen wurde zuvor für 2,50 Mark verkauft, jetzt kostet es 2,95 Mark. Später, sagt der Verkäufer wolle man 1,50 Euro verlangen, also sogar etwas weniger als die 1,508 Euro, die man bei einer genauen Umrechnung herausbekäme.