Preiskampf bei Potenzpillen Treuerabatt für Viagra
New York - Mit einer Treuekarte, wie sie eigentlich eher in Kinos oder Schnellrestaurants üblich ist, will Pfizer seine Kunden beglücken. Zum sechsten Geburtstag der blauen Pille, die bislang mehr als 23 Millionen Mal verschrieben wurde und bis heute zu den bekanntesten Mitteln gegen Erektionsstörungen zählt, gibt sich Hersteller Pfizer spendabel: Wer sechs Packungen bezahlt, bekommt eine kostenlos dazu.
Die Verkaufsaktion hat nach Einschätzung von Analysten einen für Pfizer weniger vergnüglichen Hintergrund. Mit Cialis (Hersteller Eli Lilly/Icos) und Levitra (Bayer/Glaxo Smith Kline) drängen gleich zwei Konkurrenzprodukte auf den äußerst lukrativen Markt. Cialis hat seit seinem Start im vergangenen Herbst bereits einen Anteil von 18 Prozent bei den Neuverschreibungen erobert: In Frankreich wird das Mittel unter dem Spitznamen "Le Weekend" vermarktet, weil seine Wirkung bis zu 48 Stunden anhalten soll.
Bayer und Glaxo setzen mit ihrer orangen Levitra-Pille eher sportliche Akzente: Als Sponsor der US-Football League suggerieren sie Hochleistung und fordern Kunden auf, die "Herausforderung" Manneskraft anzunehmen. Eine weitere Levitra-Kampagne soll in Kürze in den USA starten, so ein Sprecher. Cialis und Levitra könnten dem erfolgsverwöhnten Hersteller Pfizer schon in Kürze eine Schlappe beibringen, schätzen Experten.
Einen kleinen Haken hat die Rabattaktion des Branchenführers außerdem: Mit den Gratispillen werden lediglich die Männer beglückt, die für ihre sechs Viagra-Packungen den vollen Preis gezahlt haben: Wer sich die Hilfsmittel von seiner Krankenkasse finanzieren lässt, muss dagegen auf die Zugabe verzichten.