Preisschub Höchste Inflationsrate seit zwei Jahren
Wiesbaden - Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Inflationsrate um 1,6 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das ist der höchste Zuwachs seit März 2002, als die Teuerung 2,0 Prozent betrug. Gegenüber März stiegen die Preise um 0,3 Prozent.
Die deutlich höhere Inflationsrate führen die Statistiker vor allem auf die gestiegenen Preise für Mineralölerzeugnisse zurück. Gegenüber März verteuerten sich diese Produkte um 3,4 Prozent. Im Jahresvergleich legten die Preise um 2,9 Prozent zu. Im Vorjahreszeitraum waren Mineralölerzeugnisse deutlich günstiger geworden. Nach Angaben der Statistiker wirkten sich im laufenden Jahr die Kosten für leichtes Heizöl und Kraftstoffe erstmals nicht mehr dämpfend auf die Teuerungsrate aus. Ohne Heizöl und Kraftstoffe hätte die Anstieg 1,5 Prozent betragen.
Preistreibend machte sich im April auch die Gesundheitsreform bemerkbar. Die seit 1. April gültige Regelung für die Kostenübernahme nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel verteuerte Medikamente gegenüber März um 8,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Preise für die Gesundheitspflege um 19,4 Prozent. Freundlicher für die Verbraucher entwickelten sich dagegen die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke. Sie wurden etwas billiger.
Deutlich stärker als die Verbraucherpreise zogen im April die Großhandelspreise an. Sie legten im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent zu. Einen höheren Anstieg verzeichnete das Statistische Bundesamt mit 2,8 Prozent zuletzt im Juni 2001. Stark verteuert haben sich im Jahresvergleich vor allem Erz, Eisen und Stahl. Diese Güter legten um 15,9 Prozent zu. Die Preise für Getreide, Saaten und Futtermittel stiegen sogar um 24,5 Prozent.