Preissprung: Absatz von Normalbenzin bricht ein - DER SPIEGEL
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Preissprung Absatz von Normalbenzin bricht ein

Die Autofahrer in Deutschland ändern ihr Tankverhalten massiv: Schätzungen zufolge ist der Absatz von Normalbenzin um mehr als 20 Prozent eingebrochen - die Spritsorte kostet inzwischen genauso viel wie Super.
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Hamburg - Offizielle Zahlen der Mineralölunternehmen liegen noch nicht vor, in der Branche machen aber schon erste Schätzungen die Runde. Demnach soll der Absatz von Normalbenzin um mehr als 20 Prozent zurückgegangen sein.

Im November, als die Spritsorte noch einen Cent je Liter billiger war als Super, ging der Absatz gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres um 8,4 Prozent zurück, teilte der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) in Hamburg mit. Im gesamten Jahresverlauf bis November lag der Rückgang bei 5,6 Prozent auf 5,4 Millionen Tonnen. Inzwischen kosten Benzin und Super an den meisten Tankstellen aber gleich viel. Fachleute rechnen deshalb im Dezember mit einem deutlich stärkeren Absatzrückgang.

Als letzter großer Anbieter knickte Shell ein und verkauft ab dieser Woche beide Sorten zum selben Preis. Eine Sprecherin begründete den Schritt mit dem kräftig gesunkenen Interesse der Kunden an Normalbenzin, obwohl Shell als letzte große Kette noch einen Preisvorteil von 0,5 Cent pro Liter auf Normalbenzin gewährt hatte. Auf einen 50-Liter-Tank berechnet waren das 25 Cent.

Aral hatte vor zwei Wochen als erster Anbieter den Preisunterschied für Normalbenzin und Super abgeschafft. Auf dem Weltmarkt würden für beide Sorten praktisch gleich hohe Preise gefordert, erklärten Branchensprecher. Andere Tankstellenketten wie Total oder Esso folgten der Anpassung. Auch die meisten freien Tankstellen würden sich dem Markt anpassen, lautet die Einschätzung des Verbandes BFT.

Vom gesamten Benzinabsatz in Deutschland macht Normal etwa 25 Prozent aus, der Rest ist Super. Branchenkenner vermuten seit Jahren, die Ölkonzerne wollten Normalbenzin ganz abschaffen: Dann würden die Kosten sinken, weil weniger Zapfpistolen und Vorratstanks gebraucht würden.

Der Präsident des ADAC, Peter Meyer, kritisierte in der "Bild"-Zeitung die Preisanpassung. "Ich fordere die Konzerne auf, auch in Zukunft Normalbenzin günstiger als Super anzubieten." Produktionstechnisch sei dies gerechtfertigt.

wal/dpa/AP

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