Preistreiber-Statistik: Was 2003 deutlich teurer wurde - DER SPIEGEL
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Preistreiber-Statistik Was 2003 deutlich teurer wurde

Die Preise für Gas und Strom legten mächtig zu, Urlaubsreisen wurden vor allem im Dezember teurer, und bei Kartoffeln gab es im Sommer einen beachtlichen Preissprung: Kurz vor Jahresende ziehen die Statistiker eine Inflationsbilanz. Die gute Nachricht: Insgesamt blieb die Teuerungsrate so niedrig wie lange nicht mehr.
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Berlin - Für die meisten Mieter in Deutschland freilich heißt es: Pech gehabt. Die Nebenkosten für Wohnungen nämlich sind in diesem Jahr deutlich stärker gestiegen als die allgemeinen Preise für die Lebenshaltung. Nach Berechnungen des Instituts für Städtebau (ifs) mussten Mieter durchschnittlich 1,6 Prozent mehr für Nebenkosten zahlen.

Preistreiber seien Gas (plus 5,0 Prozent) und Strom (plus 4,9 Prozent) gewesen, teilte das Berliner Institut mit. Deutlich gestiegen sind auch die Gebühren für Abwasser (plus 2,3 Prozent) und Müllabfuhr (plus 2,0 Prozent).

Die Mieten hingegen stiegen nur um 1,0 Prozent. Dieser Wert liegt minimal unter der allgemeinen Inflationsrate. Sie betrug nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahresschnitt 1,1 Prozent. Dies war die niedrigste Jahresrate seit 1999, als die Teuerung bei lediglich 0,6 Prozent lag. Im vergangenen Jahr hatte die Rate noch 1,4 Prozent betragen. Experten gehen davon aus, dass die Verbraucherpreise in Deutschland auch 2004 nur moderat steigen werden.

33,1 Prozent mehr für Pauschalreisen

Im Dezember freilich hat es wie in den meisten Jahren noch einmal einen deutlichen Preisschub gegeben. Insgesamt seien die Verbraucherpreise von November auf Dezember um 0,8 Prozent gestiegen, teilte das Bundesamt am Montag mit. Die vorläufigen Berechnungen basieren auf Daten aus sechs Bundesländern.

Grund für den Preissprung waren vor allem die höheren Kosten für den Urlaub. "Die Preise für Pauschalreisen waren im Dezember um 33,1 Prozent und die Mieten für Ferienwohnungen und -häuser um 69,5 Prozent höher als im November", erklärten beispielsweise die Statistiker aus Hessen.

Im Jahresvergleich sorgten bei Nahrungsmittel weiter die Folgen von Hitze und Dürre im Sommer für höhere Preise. In Hessen etwa kosteten Lebensmittel 1,6 Prozent und in Nordrhein-Westfalen 1,3 Prozent mehr, saisonabhängige Nahrungsmittel waren hier sogar 5,2 Prozent teurer. Die Preise für Speisekartoffeln legten gar um 22 Prozent zu.

Dagegen machten sich die Rabattaktionen des Einzelhandels besonders bei Bekleidung und Schuhen bemerkbar: In Hessen etwa kosteten diese Waren im Schnitt fast drei Prozent weniger als vor einem Jahr, in Nordrhein-Westfalen 0,2 Prozent weniger. Zum Vormonat sanken die Preise im Dezember jeweils um 0,8 Prozent.

Die Stärke des Euro gegenüber dem Dollar hat dazu geführt, dass Mineralölprodukte immerhin zum Jahresende billiger wurden. So war Heizöl in Hessen im Dezember fast drei Prozent billiger als im November und auch als im Vorjahr. Unterdessen hat der Euro am Montag abermals ein Rekordhoch erreicht. Er stieg zeitweise auf 1,2447 Dollar.