Premiere-Pläne: Kofler liebäugelt mit Free-TV - DER SPIEGEL
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Premiere-Pläne Kofler liebäugelt mit Free-TV

Der Premiere-Börsengang regt die Investorphantasien an. Kaum hat der Pay-TV-Kanal die Handelsspanne genannte, setzt intensiver außerbörslicher Handel mit der TV-Aktie ein. Senderchef Georg Kofler denkt schon laut über das nächste Projekt nach: den Einstieg ins Free-TV.
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München/Frankfurt am Main - "Ich möchte, dass Premiere mittel- oder langfristig auch ein Standbein im Free-TV hat, nicht ausschließen", sagte Kofler. Zwar sei dies derzeit ein schwierigerer Markt als Pay-TV. Gleichwohl ließen sich zwischen Fernsehen und Fernsehen größere Synergien gewinnen als zwischen Fernsehen und Internet oder Fernsehen und Print-Produkten.

Der Münchner Bezahlfernsehsender hatte am Dienstag eine Preisspanne seiner Aktien beim bevorstehenden Börsengang zwischen 24 und 28 Euro angekündigt. Anleger können die Papiere ab Mittwoch bis voraussichtlich 8. März zeichnen. Die Erstnotiz soll am 9. März erfolgen.

Es werden bis zu 42,1 Millionen Aktien angeboten. Auf der Basis der Preisspanne entspricht dies einem Emissionsvolumen von bis zu 1,179 Milliarden Euro. Zwölf Millionen Aktien stammen aus einer Kapitalerhöhung. Bis zu 24,6 Millionen Aktien werden die bisherigen Gesellschafter abgeben. Hinzu kommen bis zu 5,5 Millionen Aktien im Rahmen einer Mehrzuteilungsoption, die im Falle einer Überzeichnung ausgegeben werden. Kofler sagte, die Preisspanne orientiere sich am unteren Ende der Analystenbewertungen. "Wir haben bei der Preisfindung ganz bewusst einen kräftigen Anreiz für Erstzeichner einkalkuliert", betonte er.

Nach der Kapitalerhöhung wird Premiere einen Gesamtbestand von bis zu 82 Millionen Aktien ausweisen. Im Falle der Platzierung der jetzt angebotenen 42,1 Millionen Aktien, einschließlich der vollständigen Ausübung der Mehrzuteilungsoption, werde der Streubesitz bei 51,3 Prozent liegen. Die verbleibenden Anteile liegen unter anderem bei der Investmentgesellschaft Permira (23,7 Prozent), der Bayern LB (4,3 Prozent), der HypoVereinsbank   (4,3 Prozent) und bei Kofler selbst (13,9 Prozent).

Reges Interesse im außerbörslichen Handel

Nach Bekanntgabe der Preisspanne setzte ein reger außerbörslicher Handel ein. "Im Gegensatz zu den vergangenen Börsengängen ist das Interesse bei Premiere bereits am ersten Tag groß", sagte Thorsten Pfeiffer, Händler beim Brokerhaus Lang & Schwarz. "Geschäfte wurden hauptsächlich um die 27 Euro getätigt. Die Preisspanne scheint zumindest für Privatanleger attraktiv zu sein", fügte er hinzu.

Ob der Börsengang des Bezahlfernsehsenders Premiere ein Erfolg wird, hängt jedoch von der Nachfrage institutioneller Investoren ab. Auch dort sind die Signale positiv. "Das untere Ende der Preisspanne mit 24 Euro spiegelt meiner Ansicht nach den fairen Wert von Premiere wider. Das obere Ende ist mit 28 Euro doch sehr ambitioniert", sagte ein Fondsmanager.