Premiere World: Kirch beruft neuen Krisenmanager - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Premiere World Kirch beruft neuen Krisenmanager

Ein miserables Weihnachtsgeschäft, dramatische Verluste, ständige Wechsel in der Chef-Etage: Leo Kirchs Bezahlfernsehen Premiere World hat Sanierer nötiger denn je. Kirch hofft, ihn mit Georg Kofler gefunden zu haben.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Wochenlang wurde nach einem Nachfolger für Ferdinand Kayser gesucht, der nach nur vier Monaten bei Premiere zu Jahresbeginn zum Satellitenbetreiber SES Astra gewechselt war. Premiere World bestätigte Berichte, dass Georg Kofler den Chefposten übernehmen wolle.

Er soll unter anderem schnell für eine Kursänderung beim Marketing sorgen, wie es aus Unternehmenskreisen heißt. Laut Geschäftsplan benötigt das defizitäre Premiere World jährlich mindestens 400.000 neue Kunden um in die schwarzen Zahlen zu kommen. Jedoch blieb 2001 die Zahl der Abonnenten nahezu unverändert bei rund 2,4 Millionen. Erst Anfang der Woche war aus dem Konzern durchgesickert, dass das kritische Weihnachtsgeschäft das schlechteste aller Zeiten war.

Kofler gilt als Macher, dessen Talente vor allem beim Aufbau von TV-Sendern liegen, nicht bei der langjährigen Führung. Der gebürtige Südtiroler hat als Chef von Pro Sieben und Gründer von Kabel 1 und N 24 das deutsche Privatfernsehen mitgeprägt.

Zuletzt baute Kofler den Einkaufssender Home Shopping Europe auf. So wird die Auswahl Koflers als Zeichen gewertet, das Steuer bei Premiere World mit einer Neuausrichtung noch einmal herumzureißen und dem Sender ein schärferes Profil zu verpassen.