Premiere World Murdoch stellt Kirch Ultimatum
München - Der australisch-amerikanische Medienunternehmer Murdoch behält sich seinen Rückzug aus dem defizitären deutschen Bezahlfernsehen Premiere World weiter vor. Nach Presseberichten will Murdoch seinen 22-Prozent-Anteil an Premiere nur halten, wenn bis Oktober 2002 die Abonnentenzahl gesteigert werden könne. Sie liegt nach Schätzungen bei derzeit 2,4 Millionen. "Sollten sich die jetzigen Probleme als unlösbar erweisen, werden wir unsere Anteile an Herrn Kirch zurückgeben", habe Murdoch vergangenen Freitag in kleinem Kreis in London gesagt. Die Rückgabe würde Kirch etwa drei Milliarden Mark kosten.
Ein Sprecher der Kirch-Gruppe sagte am Sonntag dazu, die Frage ob Murdoch aussteige, sei reine Spekulation. "Es ist seit langem bekannt, dass Herr Murdoch eine Ausstiegsoption für Oktober 2002 hat." Daran habe sich nichts geändert. Natürlich werde er seine Entscheidung von der weiteren Entwicklung der Geschäfte bei Premiere World abhängig machen, sagte der Sprecher.
Die Mehrheit an KirchPayTV hält mit 69,75 Prozent die Kirch Holding GmbH, 22 Prozent entfallen auf BSkyB Germany, ein Tochterunternehmen der britischen Pay-TV-Gruppe von Murdoch.
Murdoch hält es für «durchaus möglich», dass er mit dem Kabelkonzern Liberty Media auf dem deutschen Fernsehmarkt aktiv werde. Liberty habe deshalb um einen Gesprächstermin gebeten. Das US- Unternehmen hatte im September einen Großteil der Telekom-Kabelnetze mit Zugang zu zehn Millionen Kunden gekauft.