Pressebericht: E.on plant Stellenabbau - trotz dicker Gewinne - DER SPIEGEL
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Pressebericht E.on plant Stellenabbau - trotz dicker Gewinne

Ärger beim Energieriesen E.on: Trotz dicker Gewinne sollen die Arbeitnehmer länger arbeiten, jetzt fürchten sie sogar den Abbau von 1600 Stellen. Ungemach droht auch in Spanien bei der Übernahme des Versorgers Endesa. Presseberichten zufolge plant der italienische Konkurrent Enel ein Gegengebot.
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München - Rund 33.000 Mitarbeiter bei der Strom-Tochter E.on Energie müssen sich auf Mehrbelastungen einstellen. Den Beschäftigten der Sparte drohen unbezahlte Mehrarbeit und Gehaltseinbußen, berichtet der "Münchner Merkur" unter Berufung auf Arbeitnehmerkreise. Demnach sollen die Beschäftigten statt 36 Stunden künftig ohne Lohnausgleich 38 oder mehr Stunden in der Woche arbeiten.

Die zusätzliche Arbeitszeit entspreche bundesweit 1.600 Arbeitsplätzen, die dann möglicherweise abgebaut werden könnten, meldet das Blatt. Zudem sei die Kürzung oder Streichung des Jubiläumsgeldes geplant, das bislang bis zu 2,5 Monatsgehälter beträgt und für langjährige Betriebszugehörigkeit gezahlt wird.

Darüber hinaus sollen die Einstiegsgehälter für neue Mitarbeiter sinken. So sollen Bewerber in niedrigere Lohngruppen zugeordnet werden. Die Maßnahmen könnten ab 2008 erfolgen, hieß es.

Eine Sprecherin von E.on Energie sagte dem "Münchner Merkur", dass es Gespräche zwischen den Sozialpartnern gebe. Um diese nicht zu belasten, äußere man sich aber nicht zu Details. Anlass seien die Belastungen, die durch den verschärften Wettbewerb im Energiesektor aufgetreten seien und noch erwartet würden. Im vergangenen Jahr hatte der E.on-Konzern einen Gewinn von 11,3 Milliarden Euro eingefahren.

Ärger droht E.on auch in Spanien. Dort versucht der Konzern seit gut einem Jahr, den Versorger Endesa zu übernahmen. Zusammen wären beide Unternehmen einer der größten Energiekonzerne der Welt. Allerdings kommt den Deutschen nun der italienische Konkurrent Enel in die Quere.

Zusammen mit dem spanischen Mischkonzern Acciona will Enel nach spanischen Medienberichten eine neue höhere Kaufofferte für Endesa vorlegen und damit E.on übertrumpfen. Wie die Zeitung "El Mundo" unter Berufung auf Informanten, die beiden Unternehmen nahe stehen, berichtet, soll die Offerte bei rund 42 Euro pro Aktie liegen. Andere spanische Medien nannten einen Preis von mehr als 40 Euro pro Aktie. E.on bietet nur 38,75 Euro pro Aktie, was einem Gesamtpreis für Endesa von 41 Milliarden Euro entspricht.

Nach Angaben der Zeitung "El País" kamen in der Nacht Vertreter von Enel und Acciona zur spanischen Börsenaufsicht CNMV, um über ihr Vorhaben zu informieren. Offiziell habe keines der beiden Unternehmen jedoch die Existenz eines neuen Angebots eingestanden, schrieb "El País" weiter. Trotzdem beschloss die CNMV vor dem Hintergrund der neuen Gerüchte, den Handel mit Endesa-Aktien bis auf weiteres auszusetzen.

Enel und Acciona sind mit 24,9 beziehungsweise 21,03 Prozent die größten Aktionäre von Endesa. Zusammen könnten sie die Mehrheit anstreben - und E.on damit aus dem Unternehmen drängen. Allerdings teilte E.on gestern mit, sich notfalls auch mit einer Minderheitsbeteiligung an Endesa zu begnügen.

wal/AP/dpa