Preussag: Frenzel in Verdacht - DER SPIEGEL
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Preussag Frenzel in Verdacht

Michael Frenzel muss mit Besuch von der Staatsanwaltschaft rechnen. Dem Vorstandvorsitzenden der Preussag AG droht ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Bestechung.
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Hannover/London - Die Staatsanwaltschaft Hannover prüft, ob Frenzel versucht hat, Vorstandsmitglieder der Preussag-Tochter Salzgitter durch Geldzahlungen zum Verkauf zu bewegen. Das berichtet das "Wall Street Journal Europe."

1997 verhandelte Salzgitter mit mehreren ausländischen Interessenten. Dabei soll Frenzel dem damaligen Salzgitter-Chef Hans-Joachim Selenz und weiteren fünf Vorstandsmitgliedern jeweils eine Million Mark geboten haben, falls sie einen Verkauf an British Streel unterstützen würden. 500.000 Mark sollte es geben, wenn die österreichische Voest-Alpine als Sieger aus dem Übernahme-Poker hervorgegangen wäre. Das behauptet Selenz in Briefen an Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), die vom Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL zitiert worden waren.

"Die Vorwürfe sind sehr schwer wiegend", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover dem "Wall Street Journal Europe". Sie zu überprüfen werde noch eine Weile dauern. Die Ermittler suchten nach weiteren Informationen. Schröder war in der fraglichen Zeit Ministerpräsident von Niedersachsen. Gemeinsam mit Selenz gelang es ihm, die Salzgitter im Lande zu halten. Dieser Erfolg trug entscheidend zu Schröders Sieg bei der Landtagswahl im März 1998 bei, der wiederum die Voraussetzung für seine erfolgreiche Kanzlerkandidatur war.