Prinz Walid Millionenspende für Palästineser
Riad - Zu den prominentesten Spendern gehört der saudische Prinz Walid Ibn Talal Ibn Abd al-Asis, der allein rund 27 Millionen Dollar zusagte. Der Multimilliardär, der unter anderem Großaktionär von AOL Time Warner und der Citibank ist, war zuletzt mit einer Zehn-Millionen-Dollar-Spende in den Schlagzeilen, die er den Opfern der Anschläge auf das World Trade Center vom 11. September zugute kommen lassen wollte. Der damalige Bürgermeister Rudolph Giuliani hatte das Angebot abgelehnt, weil Walid gleichzeitig einen Zusammenhang zwischen der Nahost-Politik der USA und der Radikalisierung in der arabischen Welt hergestellt hatte.
Die Palästinenser dagegen werden die Zuwendungen dankbar entgegennehmen. Wie die englischsprachige Zeitung "Arab News" berichtet, kamen in der elfstündigen Telefonspendenaktion in Saudi-Arabien knapp 57 Millionen Dollar zusammen. In einer vergleichbaren Kampagne in den Vereinigten Arabischen Emiraten gingen rund 47,5 Millionen Dollar ein, Katar steuerte 8,2 Millionen bei.
In einem Statement verkündete Prinz Walid am Freitag, dass aus dem saudi-arabischen Spendentopf rund 50 Millionen Dollar für die Reparatur der Schäden an der Infrastruktur in den palästinensischen Gebieten verwendet werden sollten, die von den israelischen Streitkräften angerichtet worden seien. Der Rest soll für Hilfsgüter verwendet werden, die direkt der palästinensischen Bevölkerung zugute kommen.
Dem Bericht der "Arab News" zu Folge war die Bevölkerung dem Aufruf König Fahds quer durch alle Gesellschaftsschichten gefolgt. Neben Geld spendeten die Saudis auch Juwelen und Autos, darunter ein Rolls Royce einer Prinzessin. Insgesamt sammelte sich ein Fuhrpark von rund 100 Limousinen an. Ein Saudi spendete sein Erspartes, das er für eine Zahnbehandlung zurückgelegt hatte. Kinder gaben Taschengeld, Schultaschen und auch einige Steinschleudern ab. Auch der verletzten Palästinenser wurde gedacht: Rollstühle und Krücken sind im Sortiment, dazu das Angebot etlicher Blutspender.
Nach Einschätzung von Experten sollen die Spendenaktionen allerdings nicht allein dazu dienen, die Not der betroffenen Palästinenser zu mildern. Sie stellen offenbar auch ein geeignetes Mittel dar, um die Wut der Bevölkerung über das Vorgehen der israelischen Armee zu kanalisieren. Die Spendenbereitschaft Einzelner kann dabei gleichzeitig auch als Indiz für deren Empörung dienen. So erklärte sich ein Saudi sogar bereit, eine Niere herzugeben.