BÖRSE Prinzip Hoffnung
Nach der rasanten Aufholjagd an der Börse halten viele Volkswirte deutsche Aktien für überbewertet. Der Dax hat seit seinem Tiefpunkt nach den Anschlägen vom 11. September bereits rund 30 Prozent zugelegt. »Dieser Aufschwung ging zu schnell. Kurzfristig brauchen wir eine Korrektur, alles andere wäre ungesund«, sagt Ulrich Ramm. Dabei ist der Chefvolkswirt der Commerzbank eher noch optimistisch - er sieht den fairen Wert des Dax bei etwa 5000 Punkten. Viele seiner Kollegen sind da vorsichtiger. Sie argumentieren, dass sich die Terroranschläge in den wirtschaftlichen Rahmendaten des dritten Quartals noch gar nicht widerspiegeln, die Börse aber mittlerweile höher bewertet ist als vor den Anschlägen. »Wir sind noch auf dem absteigenden Ast«, sagt beispielsweise Ulrich Beckmann, Chefstratege der Deutschen Bank, »und die schlechten Nachrichten, auch aus den Unternehmen, stehen noch aus.« Die Börse setzt unterdessen auf das Prinzip Hoffnung. Händler und Investoren nehmen den für das zweite Quartal nächsten Jahres erwarteten Aufschwung voraus. Doch ob der auch planmäßig kommt, bleibt abzuwarten.