Private Banking Deutsche Bank will bessere Kunden
Frankfurt am Main - Parallel zur Einführung der Beratungsgebühr sollen bei der Deutsche-Bank-Tochter Private Banking die Kosten für Transaktionen wie Aktien- und Fondskäufe deutlich sinken. Kunden, die häufig Wertpapiere an- und verkauften, sollen dadurch im kommenden Jahr Geld sparen können, teilte der Private-Banking-Bereichsvorstand Bernd von Maltzan am Dienstag mit.
Private-Banking-Leiter Guido Heuveldop wies Vermutungen zurück, wonach die Deutsche-Bank-Tochter mit den neuen Gebühren Kleinanleger zur weniger beratungsintensiven Deutschen Bank 24 vertreiben wolle. Er gab aber zu, dass Kleinanleger, die wenig handelten, künftig deutlich mehr zahlten. Man wolle bei den Kunden "mehr segmentieren", erklärte Heuveldop.
Das neue Preismodell gilt für 480.000 Kunden der Deutschen Bank mit einem Anlagevermögen von insgesamt 210 Milliarden Euro. Von diesen verlangt das Institut von 2001 an eine pauschale Beratungsgebühr von mindestens 348 Euro (rund 680 Mark). Kunden der Tochter Deutsche Bank 24 sind nicht betroffen.
Das größte deutsche Geldhaus spricht von einem "logischen und ehrlichen" Schritt. Beratung sei die Kernleistung des Institutes. "Und diese Kernleistung stellen wir in den Mittelpunkt unserer Preispolitik." Gestaffelt nach dem verwalteten Vermögen müssen die Kunden mindestens bis zu einem Depotwert von 50.000 Euro ein Prozent, bis 100.000 Euro 0,6 Prozent sowie ab 100.000 Euro 0,2 Prozent des Depotwertes als Basisgebühr bezahlen. Mindestens sind 300 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer fällig.
Für einen Durchschnittskunden etwa mit einem Depotvolumen von 500.000 Euro und mit 15 Transaktionen im Jahr steige der Basispreis im Vergleich zum bisherigen Depotpreis um 650 auf 1600 Euro, rechnete Heuveldop vor. Wegen der gesunkenen Handelsgebühren von 330 statt bisher 1000 Euro blieben für ihn jedoch die Gesamtkosten etwa gleich. Außerdem sollen ab Mitte 2001 alle Aktienkäufe gleich viel kosten. Bislang habe der Privatkunde, so Heuveldop, für im Ausland gehandelte Papiere bis zu fünfmal so viel an Gebühren bezahlt wie für hier zu Lande gekaufte Papiere.