Private-Equity: Heuschrecken kaufen mehr als 7500 Firmen - DER SPIEGEL
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Private-Equity Heuschrecken kaufen mehr als 7500 Firmen

Rekordjahr für Europas Finanzinvestoren: Die sogenannten Heuschrecken haben im vergangenen Jahr 71 Milliarden Euro in Unternehmen investiert - rund 50 Prozent mehr als 2005. Besonders gefragt waren Übernahmen im Mittelstand.
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Brüssel/Frankfurt am Main - Insgesamt kauften die Fonds mehr als 7500 Unternehmen, wie der Branchenverband EVCA in Brüssel mitteilte. In 90 Prozent der Fälle habe es sich dabei um Mittelständler mit weniger als 500 Mitarbeitern gehandelt. Künftig verfügen die europäischen Private-Equity-Häuser sogar über noch mehr Schlagkraft: Großanleger haben ihnen im vergangenen Jahr rund 112 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt - so viel wie nie zuvor. Im Vorjahr waren es erst 60 Milliarden Euro gewesen.

Die European Private Equity & Venture Capital Association (EVCA) hatte bereits im März vorläufige Zahlen für das vergangene Jahr veröffentlicht. Die nun gemeinsam mit Thomson und PricewaterhouseCoopers (PwC) erstellte Studie übertrifft die bisherigen Werte aber zum Teil erheblich - insbesondere was das 2006 eingesammelte Kapital bei Großanlegern anbelangt.

Das Geschäftsmodell von Private-Equity-Firmen wird immer wieder heftig kritisiert. Die Fonds kaufen Unternehmen, bauen sie um, finanzieren mitunter ihre Expansion und verkaufen sie schließlich weiter. Weil dabei häufig Stellen gestrichen werden, gelten die Gesellschaften als rotes Tuch für Gewerkschaften und Teile der Politik. So prägte der jetzige Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) im Wahlkampf 2005 den Begriff "Heuschrecke". Der Dachverband EVCA bemüht sich dagegen um mehr Transparenz und will so Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen.

Von den im vergangenen Jahr eingesammelten 112 Milliarden Euro Kapital stammen der EVCA-Statistik zufolge gut 27 Prozent von Pensionsfonds. Auf Platz zwei rangieren Dachfonds, die mit einem Anteil von gut 18 Prozent am Gesamtvolumen ihr Engagement verdoppelt haben.

Fast die Hälfte der zugesagten Mittel stammt aus den USA und Großbritannien. Das Vereinigte Königreich blieb 2006 zudem erneut das bedeutendste Zielland für Investitionen: Ein Drittel der angelegten Gelder wurde in britische Firmen gesteckt. Deutschland rangiert mit gut zehn Prozent auf Platz drei hinter Frankreich.

wal/Reuters