Private Postfirma: Sieben Pin-Gesellschaften müssen Insolvenz - DER SPIEGEL
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Private Postfirma Sieben Pin-Gesellschaften müssen Insolvenz

Trauriges Weihnachtsfest für Hunderte Pin-Mitarbeiter: Die ersten sieben Unternehmen des privaten Postdienstleisters Pin-Group meldeten heute Insolvenz an. Grund für diesen Schritt: Sie können die Sozialabgaben für ihre Mitarbeiter nicht mehr bezahlen.
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Hamburg - Für einige Mitarbeiter der grünen Post kommt es bitter: Sieben der 91 Firmen im Unternehmensverbund der Pin Group bleibt nur der Gang in die Insolvenz. Das teilte ein Pin-Sprecher in Köln mit. Die Anträge seien zwingend gewesen, weil die Unternehmen die Sozialversicherungsbeiträge nicht mehr zahlen könnten, sagte der Sprecher und bestätigte damit entsprechende Informationen von SPIEGEL ONLINE. Es seien etwa 850 der insgesamt 9000 Pin-Beschäftigten betroffen.

Die Pin Group war in Schwierigkeiten geraten, nachdem der Hauptgesellschafter, der Axel-Springer-Verlag, wegen des Post-Mindestlohns angekündigt hatte, kein weiteres Geld mehr in das Unternehmen zu investieren. Bereits Anfang Dezember hatte die Pin Group die Streichung von rund 1000 Stellen angekündigt.

Pin-Sanierer Heinz Piepenburg erklärte, die Chancen für die Gesamtgruppe einschließlich der insolventen Gesellschaften seien durch die Insolvenzanträge nicht beeinträchtigt. Bei allen Gesellschaften werde derzeit die Liquiditätslage geprüft. Mitte Januar nächsten Jahres wird über das weitere Vorgehen entschieden.

Springer hatte den Zuschussbedarf für das Unternehmen auf 300 Millionen bis 700 Millionen Euro beziffert. Ein Sprecher Piepenburgs wollte keine Angaben dazu machen, woher das neue Geld kommen soll. "Wir müssen den Kassensturz und Herrn Piepenburgs Pläne abwarten", sagte er. Auch ein Sprecher des WAZ-Medienkonzerns, der knapp fünf Prozent der Anteile hält, wollte sich nicht äußern.

Die Situation von Pin wird erschwert, weil nach Angaben der Anteilseigner mehrere Großkunden in den vergangenen Wochen zur Post zurückgewechselt seien. Grund war laut einer gemeinsamen Pressemitteilung der Verlage eine Portosenkung der Post für diese Kunden. WAZ- Geschäftsführer Bodo Hombach sicherte den rund 600 WAZ-Beschäftigten, die für Pin in der Region Briefe austragen, die Weiterbeschäftigung zu - ungeachtet der weiteren Entwicklung bei Pin.