Privatisierung kommt in Mode - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 46 / 122

SCHIENENVERKEHR Privatisierung kommt in Mode

• aus DER SPIEGEL 22/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Langsam bürgert sich auch in Europa ein, was in anderen Teilen der Welt, vor allem in Fernost, bereits üblich ist: Regierungen lassen teure öffentliche Verkehrsmittel nicht nur von privaten Unternehmen bauen, sondern auch betreiben. Vorreiter für diese, die Staatskasse schonenden Investitionen ist das niederländische Verkehrsministerium, das im vorigen Jahr Planung, Errichtung, Finanzierung und Wartung der im Bau befindlichen Hochgeschwindigkeitstraße zwischen Amsterdam und der belgischen Grenze auf 30 Jahre an ein privates Konsortium unter Siemens-Führung vergeben hat. Für Finanzierung, Bau und Betrieb zahlt das Land in dieser Zeit rund 2,5 Milliarden Euro. Jetzt ziehen andere nach. Portugal lässt sich südlich von Lissabon von Privat eine Straßenbahn bauen und warten. Polen will für 2,3 Milliarden Euro die Erweiterung und den Betrieb der Metro in Warschau ausschreiben. Irland möchte für 1,5 Milliarden Euro Dublin per U-Bahn mit dem dortigen Flughafen verbinden lassen. »Der Investor hat kein Einnahmerisiko«, beschreibt Siemens-Manager Alexander Bechhold die Vorteile der Betreibermodelle, »und der Staat bekommt immer die neueste Technik.«

Zur Ausgabe
Artikel 46 / 122