Pro Sieben / Sat 1: Kirch vergrößert sein Imperium - DER SPIEGEL
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Pro Sieben / Sat 1 Kirch vergrößert sein Imperium

Jahrelang versuchte die deutsche Medienpolitik genau das zu verhindern. Nun ist Leo Kirch fast am Ziel: Die beiden Unternehmen schließen sich zum größten deutschen TV-Konzern zusammen. Mehrheitsaktionär wird die KirchMedia GmbH.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München/Berlin - Die Aufsichtsräte beider Unternehmen müssen noch zustimmen, der Vorstand von Pro Sieben und die Geschäftsführung von Sat 1 haben sich bereits auf eine Fusion geeinigt.

Der Vertrag solle in Kürze unterzeichnet werden, teilte Pro Sieben Media am späten Dienstagabend mit. Das Vorhaben bedarf noch der Zustimmung der Kartell- und Medienbehörden.

Hauptgesellschafter des neuen Unternehmens ist KirchMedia. Der Axel Springer Verlag, der derzeit 41 Prozent der Sat-1-Anteile hält, wird den Angaben zufolge an der Senderfamilie mit rund 11,5 Prozent beteiligt sein.

Wie der Verlag mitteilte, wurde zugleich beschlossen, sich gegenseitig eine Option einzuräumen, die von Springer gehaltenen Anteile zu einem späteren Zeitpunkt an KirchMedia zu übertragen. In diesem Zusammenhang ist für die von Springer gehaltenen Anteile an der Sportrechteverwertungsgesellschaft ISPR eine analoge Regelung vorgesehen.

Die vier Fernsehsender Sat 1, Pro Sieben, Kabel 1 und N24 sowie sämtliche Tochterunternehmen und Beteiligungen der beiden Partner werden künftig unter dem Dach der börsennotierten neuen ProSiebenSat.1 Media AG firmieren.

Sitz der gemeinsamen Holding wird Unterföhring bei München. Dem Vorstand sollen Urs Rohner als Vorsitzender sowie Ludwig Bauer, Jürgen Doetz und Lothar Lanz angehören. Die neue AG wird mit rund 3000 Mitarbeitern der größte private Arbeitgeber im TV-Bereich sein. Sat 1 soll den Unternehmensangaben zufolge in Berlin bleiben, bei N24 werde eine Verlegung von München in die Bundeshauptstadt erwogen.

Die Gründung der Senderfamilie erfolge im Wege einer Verschmelzung beider Unternehmen auf die neue ProSiebenSat.1 Media AG. Die Beschlüsse sollen am 22. August auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der Pro Sieben Media AG und einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung von Sat 1 getroffen werden.

Wie bei Pro Sieben werden auch im neuen Unternehmen die privaten Aktionäre nicht viel zu sagen haben: Kirch setzt weiter auf stimmrechtslose Vorzugsaktien. Der Zusammenschluss erfolgt den Angaben zufolge im Verhältnis von 72 Prozent für die Pro-Sieben-Gruppe zu 28 Prozent für Sat 1.