Problem: Was geschieht mit Altverträgen? - DER SPIEGEL
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Problem Was geschieht mit Altverträgen?

Bereits bestehende Verträge auf geförderte Vorsorgeverträge umzustellen ist nach Auskunft des Bundesministeriums "prinzipiell möglich", sofern die Kriterien für die Förderung erfüllt werden. Die meisten Anbieter winken ab.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Jeder Beschäftigte steht ab 2002 vor der Entscheidung, einen neuen, von Riester geförderten Vertrag abzuschließen oder bereits bestehende Lebensversicherungen oder andere Vorsorgeverträge mit zusätzlichen Kosten auf die neuen Vorschriften umzustellen. Denn es wird kaum möglich sein, die Beitragszahlungen für laufende Verträge einfach um die staatliche Förderung  aufzustocken.

Bestehende Verträge den neuen Kriterien anzupassen ist nur in seltenen Fällen sinnvoll. Die geforderten zusätzlichen Sicherheiten einzuziehen kostet Geld und drückt auf die Rendite - das Geld vom Staat dürfte dies kaum ausgleichen. Außerdem könnten Anleger in die Steuerfalle tappen, wenn sie zum Beispiel bei einer Kapital-Lebensversicherung auf die steuerfreie Einmalauszahlung verzichten und statt dessen die besteuerte monatliche Rentenzahlung wählen.

"Wir raten unseren Kunden davon ab, bestehende Verträge umzurüsten", sagt Allianz-Sprecher Eckhard Merten. Erstens laufe der Sparer Gefahr, doppelt Steuern zu zahlen: Die alten Vorsorgeverträge bedient der Sparer meist aus versteuertem Einkommen und erhält steuerfreie Erträge. Bei den Riester-Sparplänen fallen aber auf die Auszahlungen Steuern an.

Zweitens, so die Marketing-Strategen der Allianz, dienen "die alten Verträge dazu, um die bereits bestehende Rentenlücke  zu füllen": Die Rentenreform schaffe eine neue Lücke, die nun mit einem zusätzlichen Vertrag geschlossen werden soll. Mehr sparen, nicht nur anders sparen, lautet die Devise.

Auch die Fondsgesellschaft der Dresdner Bank (DIT) hält es für wenig sinnvoll, Altverträge nachzurüsten. Bei Verträgen, die nach langer Laufzeit schon ein ansehnliches Kapital erzielt haben, wären die Absicherungskosten schlicht zu hoch, meint DIT-Sprecher Matthias Jansen. Die Fondsgesellschaft setzt deshalb auf neue Fonds.