Probleme im Gasvertrieb RWE kassiert Umsatzprognose
Düsseldorf - "Der Konzern geht davon aus, dass der Außenumsatz 2009 auf der Höhe des Vorjahres liegen wird", teilte RWE am Donnerstag mit. Bislang hatte der Energiekonzern einen Anstieg der Erlöse in Aussicht gestellt. Ursache für die neue korrigierte Prognose seien unter anderem sinkende Erlöse im deutschen Gasvertrieb, hieß es nun.
In den ersten drei Monaten steigerte RWE den Umsatz um 8,4 Prozent auf 14,5 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis habe 2,6 Milliarden Euro betragen - ein Plus von fünf Prozent. Damit übertraf der Versorger die Erwartungen von Experten. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit Erlösen von 13,6 Milliarden Euro gerechnet. Das Betriebsergebnis hatten sie auf 2,5 Milliarden Euro geschätzt.
RWE bekräftigte seine Prognose, wonach das betriebliche Ergebnis, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) und auch das sogenannte nachhaltige Nettoergebnis 2009 auf dem Niveau von 2008 liegen soll.
"Krise ist im Versorgungssektor angekommen"
"Die Krise ist mittlerweile auch im Versorgungssektor angekommen", stellte RWE-Chef Jürgen Großmann im Quartalsbericht fest. Der Stromabsatz ging in den ersten drei Monaten um zehn Prozent zurück. Es gebe in einigen Industriebereichen einen Nachfrageeinbruch, sagte Großmann. Das Geschäft mit Haushaltskunden sei relativ stabil. Konkurrent E.on hatte am Mittwoch ebenfalls von einem sinkenden Absatz berichtet.
Der RWE-Chef bekräftigte, die 8,2 Milliarden Euro schwere Übernahme des niederländischen Versorgers Essent im dritten Quartal abschließen zu wollen. RWE hat nach eigenen Angaben inzwischen die Verkaufszusage von Essent-Anteilseignern, die insgesamt über 56 Prozent verfügen. RWE will mindestens 80 Prozent erwerben, trifft aber in den Niederlanden auch auf Vorbehalte.
RWE kündigte zudem an, die Gaspreise für deutsche Haushaltskunden zum 1. Juli um bis zu 15 Prozent senken zu wollen. Dies sei bereits die dritte Reduzierung in diesem Jahr. Der Konzern begründete den Schritt mit gesunkenen Beschaffungskosten, die zeitnah weitergegeben würden. In einem Einfamilienhaus mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden sollen dadurch Kosten von bis zu 450 Euro im Jahr eingespart werden können.