Probleme mit US-Hypotheken: Staatsanwalt ermittelt gegen IKB - DER SPIEGEL
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Probleme mit US-Hypotheken Staatsanwalt ermittelt gegen IKB

Der Ärger ist noch lange nicht vorbei: Die schwere Finanzkrise bei der mit US-Hypothekengeschäften in die Krise geratene Mittelstandsbank IKB ist zwar vorüber. Doch jetzt ermittelt die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft gegen Verantwortliche der Bank.
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Düsseldorf – Es besteht der Verdacht der Untreue und des Verstoßes gegen das Aktiengesetz – deshalb hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf jetzt mit Ermittlungen gegen Verantwortliche der Mittelstandsbank IKB begonnen. Unter anderem steht Ex-Vorstandschef Stefan Ortseifen auf der Liste der Beamten, zunächst aber nur wegen seiner einstigen Funktion, und nicht wegen konkreter Vorwürfe, erläuterte ein Sprecher der Behörde. Ortseifen und Finanzchef Volker Doberanzke waren wegen der Probleme bei der Bank entlassen worden.

Die auf Finanzierung von deutschen Mittelständlern spezialisierte IKB hatte sich mit Fonds im krisengeschüttelten US-Markt für bonitätsschwache Hypothekendarlehen verspekuliert. Die staatseigene Förderbank KfW als Hauptaktionär der IKB musste die Bank deshalb mit milliardenschweren Bürgschaften stützen. Noch wenige Tage vor Bekanntwerden der Schwierigkeiten bei der IKB hatte der Vorstand die Geschäftsprognosen für 2007 bekräftigt und erklärt, das Engagement der Bank in dem riskanten US-Markt sei gering. Anfang der vergangenen Woche musste die IKB dann überraschend eine Gewinnwarnung herausgeben.

Es habe erste Besprechungen mit Vertretern des Instituts gegeben, erklärte die Staatsanwaltschaft nun. Die Ermittler hätten Informationen und Unterlagen erhalten. Das Institut sagte der Staatsanwaltschaft Unterstützung zu: "Die IKB wird die Staatsanwaltschaft vollumfänglich bei ihrer Arbeit unterstützen und in jeglicher Hinsicht kooperieren, damit möglichst schnell eine vollumfängliche und lückenlose Aufklärung der Vorgänge in unserem Haus erfolgt", sagte ein Banksprecher. Vergangene Woche hatte die IKB bereits die Prüfungsgesellschaft PwC für eine Sonderuntersuchung eingeschaltet.

Der IKB drohen auch Aktionärsklagen. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) prüft nach eigenen Angaben, ob zivilrechtliche Klagemöglichkeiten gegen die IKB bestehen. Ein DSW-Sprecher sagte, er begrüße den Start der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen. "Dann gibt es endlich mehr Informationen." Täglich erkundigten sich bei der Vereinigung bis zu 100 IKB-Aktionäre nach rechtlichen Möglichkeiten.

Bafin ermittelt bei SachsenLB

Nach der IKB steht jetzt auch die SachsenLB wegen eines von ihr verwalteten Fonds im Visier der Finanzaufsicht Bafin. Die 17,5 Milliarden Dollar schwere Zweckgesellschaft Ormond Quay ist wie der in Schieflage geratene US-Fonds der Mittelstandsbank am krisengeschüttelten Kreditmarkt engagiert. "Wir wissen von dieser Gesellschaft. Wir befassen uns damit und verschaffen uns einen Überblick", sagte eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin).

Die Landesbank versuchte zu beschwichtigen. "Wir haben keine Liquiditätsprobleme. Wir können alle unsere Verpflichtungen erfüllen", sagte ein Sprecher der Bank. Die Lage der SachsenLB sei nicht mit jener der IKB vergleichbar. "Die SachsenLB sieht grundsätzlich keine Anzeichen für erhöhte Ausfallwahrscheinlichkeiten der von ihrer Tochtergesellschaft SachsenLB Europe gemanagten ABS-Strukturen", teilte die Bank mit. Die 2004 ins Leben gerufene Ormond Quay sei ausschließlich in Papiere investiert, die mit "AAA" eingestuft sind, also als ausfallsicher gelten.

Die IKB hatte sich mit ihrer Zweckgesellschaft Rhineland Funding am krisengeschüttelten US-Hypothekenmarkt verspekuliert und musste von der staatseigenen Förderbank KfW mit milliardenschweren Bürgschaften gestützt werden. Unter anderem sprang die KfW in eine Liquiditätslinie von 8,1 Milliarden Euro ein, die die IKB dem Fonds gewährt hatte.

Mit der Angelegenheit vertrauten Personen zufolge hat die SachsenLB dem Fonds Ormond Quay eine Liquiditätslinie von vier Prozent des Fondsvolumens von derzeit 17,5 Milliarden Dollar gewährt. Wie die restlichen 96 Prozent des Fondswerts abgedeckt sind, ist unklar. Die SachsenLB äußerte sich hierzu nicht.

Nach Angaben auf der Internetseite von SachsenLB Europe, der Vermögensverwaltung der Bank, ist Ormond Quay eine von zwei Zweckgesellschaften mit einem Gesamtportfolio von mehr als 20,5 Milliarden Euro. Der Fonds sei einer der größten Zweckgesellschaften für Asset-Backed Commercial Papers weltweit.

Auch andere Banken haben Probleme

Gestern hatte es Gerüchte am Finanzmarkt gegeben, die WestLB habe sich mit einer Zweckgesellschaft in den USA verspekuliert. Die Bank trat dem entgegen. Die WestLB-Tochter Mellon musste wegen der Sorge vor massiven Mittelabflüssen vor wenigen Tagen einen Fonds einfrieren.

Die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, DWS, lässt ihren DWS ABS Fund dagegen trotz massiver Abflüsse offen. Das Volumen des Fonds, in dem vor allem institutionelle Anleger investiert sind, sei seit Ende Juli bis zum gestrigen Donnerstag um rund 900 Millionen auf 2,1 Milliarden Euro geschrumpft. Die Lage sei aber nicht mit der Situation bei der IKB vergleichbar, sagte ein SachsenLB-Sprecher.

Die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, DWS, musste massive Wertverluste bei ihrem DWS ABS Fund hinnehmen: Das Volumen schrumpfte allein im August um 900 Millionen Euro auf 2,1 Milliarden Euro.

ase/dpa/Reuters

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