Problempapiere: Wirtschaftsprüfer zerpflücken Bad-Bank-Modell - DER SPIEGEL
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Problempapiere Wirtschaftsprüfer zerpflücken Bad-Bank-Modell

Lange wurde um die Bad Banks gerungen, doch sie scheinen nicht zu funktionieren: Das Konzept zur Auslagerung von sogenannten Problempapieren aus den Bilanzen der Banken wird nach Einschätzung von Wirtschaftsprüfern nicht gelingen. Vor allem aus Brüssel drohen Schwierigkeiten.
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Düsseldorf/Berlin - Die Einschätzung ist so kurz wie eindeutig: Das derzeitige Modell der Bundesregierung für Bad Banks ist nach Einschätzung von Wirtschaftsprüfern nicht geeignet, die Bilanzen zu entlasten. Das berichtet das "Handelsblatt" am Dienstag unter Berufung auf das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW). "Wir haben ein erhebliches Risiko, dass das Bad-Bank-Konzept in dieser Form nicht funktioniert", sagte das Geschäftsführende Vorstandsmitglied des Instituts, Klaus-Peter Feld, dem Blatt. Dabei dürften die deutschen Banken Schätzungen zufolge rund 200 Milliarden Euro an toxischen Wertpapieren in ihren Büchern haben.

Beim Bad-Bank-Modell sollen die betroffenen Banken ihre toxischen Aktiva mit einem zehnprozentigen Abschlag vom Buchwert an Zweckgesellschaften, sogenannte Bad Banks, also "schlechte Banken" - übertragen können und erhalten im Gegenzug vom staatlichen Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) garantierte Anleihen, die von den Zweckgesellschaften begeben werden. Die Banken zahlen dafür Gebühren an den Soffin. Der wirtschaftliche Wert des eingereichten Papiers soll darüber hinaus um einen angemessenen Abschlag für weitere Risiken gemindert werden, die sich bis zum Ende der Laufzeit der Wertpapiere noch ergeben könnten.

Neben den handwerklichen Defiziten sorge vor allem die bislang harte Haltung der Europäischen Union bei Staatshilfen für zusätzliche Abschreckung, schreibt das "Handelsblatt" weiter. In Kommissionskreisen werde überlegt, ob die Institute sich die Inanspruchnahme der Bad Banks eventuell individuell genehmigen lassen müssten. In der Branche werde angesichts dieser Warnung auch auf das monatelange Tauziehen mit Brüssel um die Eigenkapitalspritzen der Commerzbank hingewiesen. "Ein solches Prozedere wird sich niemand antun wollen", zitiert das Blatt einen Banker.

Gegenwärtig müssen die Banken zum Quartalsende Abschreibungen auf die toxischen Papiere vornehmen, was seit Ausbruch der Finanzkrise zu einem stetigen Rückgang ihrer Eigenkapitalquote geführt hat. Das Eigenkapital, was hier "verzehrt" wird, steht nicht mehr für Kreditgeschäfte zur Verfügung und schwächt so zunehmend die Wirtschaft, da Investitionen gebremst werden.

sam/ddp