Profitplus Gutes Ergebnis stärkt Yahoo im Streit mit Microsoft
Sunnyvale - Für Yahoos Aktionäre ist es ein guter Tag: Der Gewinn je Aktie habe wie schon im entsprechenden Vorjahreszeitraum bei elf US-Cent gelegen, teilte das Unternehmen mit. Von Thomson First Call befragte Analysten hatten mit einem Rückgang auf neun Cent gerechnet.
Der Gewinn betrug nach Unternehmensangaben umgerechnet gut 340 Millionen Euro - das ist mehr als dreimal so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im ersten Quartal 2007 machte Yahoo rund 89,4 Millionen Euro Profit. Yahoo profitierte vor allem von seiner Beteiligung am chinesischen Internet-Unternehmen Alibaba.com.
Der Umsatz ohne die Gebühren für Werbung kletterte den Unternehmensangaben zufolge auf 1,352 Milliarden Dollar. Hier hatten die Experten nur 1,32 Milliarden Dollar erwartet.
Die Quartalszahlen des Internet-Unternehmens wurden mit besonderer Spannung erwartet. Sie könnten mit darüber entscheiden, wie der Konzern auf das Übernahmeangebot von Microsoft reagiert, das Ende der Woche ausläuft. Nachdem in den vergangenen beiden Jahren die Gewinne von Yahoo fast beständig abgebröckelt waren, könnte ein Ergebnis, das über den Erwartungen der Analysten liegt, zumindest das Angebot von Microsoft in die Höhe treiben.
Bislang deutete Microsoft laut Zeitungsberichten allerdings an, die Offerte unabhängig von den Yahoo-Zahlen nicht aufstocken zu wollen. Für den Fall, dass Yahoo das Angebot nicht bis kommenden Samstag annimmt, hat Microsoft mit einer feindlichen Übernahme gedroht, was sich aber noch Monate hinziehen könnte.
Konzernchef Jerry Yang zumindest wertete die Zahlen demonstrativ als Beleg dafür, dass die bisherige Microsoft-Offerte zu niedrig bewerte. Eine Übernahme schloss er generell nicht aus. "Wir sind weiter für alles offen, auch für ein Geschäft mit Microsoft", sagte er nach US-Börsenschluss.
Die Anleger überzeugten die guten Zahlen allerdings nicht davon, dass das 43 Milliarden schwere Übernahmeangebot von Microsoft den Internetkonzern unterbewertet: Yahoo-Papiere verloren nachbörslich rund ein halbes Prozent.
Neben der Vorlage der Quartalszahlen wollte das Yahoo-Management noch Einblick in den Test der Werbepartnerschaft mit Google geben, die am heutigen Mittwoch auslaufen soll. Wenn Yahoo sich entscheiden sollte, auch längerfristig eine Partnerschaft mit Google einzugehen, dann könnte dies die Gewinnaussichten verbessern und den Weg für eine Fusion mit dem Konkurrenten AOL ebnen. Wie verlautete, sollen Yahoo und AOL schon seit Monaten darüber gesprochen haben. Google ist mit fünf Prozent an AOL beteiligt.
ssu/AP/dpa-AFX