Profitprobleme VW muss sparen - überall
Wolfsburg - Alle Aktivitäten sollen auf ihre Wirtschaftlichkeit hin überprüft werden, damit wieder höhere Erträge erwirtschaftet werden - mittelfristig. Das teilte VW am Freitag nach einer Sitzung des Aufsichtsrates mit. Das Sparprogramm soll schon in der Bilanz des laufenden Jahres spürbar sein. Einzelheiten zum Programm will VW auf der Bilanzpressekonferenz am 9. März veröffentlichen.
Europas größter Autokonzern zieht damit Konsequenzen aus der schwachen Automobilnachfrage und dem Gewinneinbruch des vergangenen Jahres. "Unsere Ziele sind Umsatzsteigerung, Kostensenkung und eine weitere Reduzierung der Investitionen im Konzern", so VW-Chef Bernd Pischetsrieder. Das Programm trägt den Titel "ForMotion". Von den Einsparungen unberührt soll die laufende Modelloffensive bleiben.
Ärger mit Volumen- und mit Spezialmodellen
Der vom Vorstand angesichts des Gewinneinbruchs vorgeschlagenen Kürzung der Dividende auf 1,05 Euro je Stammaktie und 1,11 Euro je Vorzugsaktie stimmte der Aufsichtsrat zu. Für das vorangegangene Geschäftsjahr hatten die Aktionäre je Stammaktie 1,30 Euro und je Vorzugsaktie 1,36 Euro erhalten.
VW hatte im vergangenen Jahr einen Einbruch beim operativen Gewinn um 63 Prozent auf 1,78 Milliarden Euro verbucht. Dies wurde mit den Folgen der Euro-Stärke, hohen Anlaufkosten für neue Modelle, Sanierungskosten für das Brasiliengeschäft sowie Sonderabschreibungen auf die Luxusmodelle Bentley und Phaeton begründet. Der Absatz des neuen Golfs verläuft bislang eher schleppend.
Für das laufende Jahr gab der Konzern bislang keine konkrete Prognose ab. Bei der Bekanntgabe vorläufiger Zahlen teilte VW in der vergangenen Woche lediglich mit, man erwarte mittelfristig wieder positive Erträge. Einige Analysten hatten dies als Signal interpretiert, VW könne sein Ziel einer Ergebnisbesserung im laufenden Jahr möglicherweise nicht einhalten. Die VW-Aktie lag am Nachmittag 1,5 Prozent im Plus bei rund 38,50 Euro.