Prognose 2008: Deutsche Wirtschaft will 130.000 Stellen schaffen - DER SPIEGEL
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Prognose 2008 Deutsche Wirtschaft will 130.000 Stellen schaffen

Der Aufschwung schwächelt, doch der Jobmarkt brummt weiter: Die Unternehmen in Deutschland wollen einer Branchenumfrage zufolge im kommenden Jahr fast 130.000 neue Jobs schaffen. Viele der Stellen dürften aber in den Branchen Pflege und Zeitarbeit entstehen – und mäßig bezahlt sein.
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Berlin/Köln – Jobmotor Gesundheitsbranche: In ihr werden 2008 per Saldo am meisten neue Jobs entstehen, ergab eine Umfrage der "Bild"-Zeitung in 16 Branchen. Pflegedienste wollten demnach per Saldo rund 30.000 neue Arbeitsplätze schaffen. In der Pharmaindustrie, Apotheken, Arztpraxen und bei Wellness-Anbietern solle es ebenfalls rund 30.000 zusätzliche Stellen geben.

Auch Zeitarbeitsfirmen wollen noch mal im großen Stil einstellen – die Rede ist von weiteren 30.000 Mitarbeitern. In der Transport- und Logistik-Branche sollen es bis zu 20.000, im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der IT-Branche jeweils rund 10.000 sein.

Dagegen würden bei Firmen in der Elektroindustrie und der Telekommunikation per Saldo Jobs gestrichen. In beiden Branchen sinke die Zahl der Jobs voraussichtlich um jeweils rund 5000. Im Bauhauptgewerbe dürften sogar rund 7000 Stellen wegfallen.

Ähnliche Ergebnisse erbringt eine Umfrage des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die gestern vorgestellt wurde. 16 von 45 Branchenverbänden sagten den IW-Interviewern, die Beschäftigtenzahl in ihrem Bereich werde im Vergleich mit 2007 steigen. Ende vergangenen Jahres hatten nur neun Wirtschaftszweige erwartet, dass die Beschäftigtenzahl zunehmen wird.

Metall- und Elektroindustrie schuf 2007 rund 100.000 Jobs

Optimistisch zeigten sich die meisten Wirtschaftszweige bei der Frage nach der Entwicklung der Investitionen: 25 Branchenverbände rechnen demnach mit Investitionen in der Höhe des Vorjahres, 14 sogar mit einer höheren Investitionstätigkeit, darunter die chemische Industrie und die Entsorgungswirtschaft. Von geringeren Investitionen als 2007 gehen gerade einmal sechs Sparten aus, darunter der Einzelhandel, das Handwerk sowie die Eisen- und Stahlindustrie.

IW-Direktor Michael Hüther wertete das Umfrageergebnis als Beleg, "dass wir nach wie vor von der florierenden Weltwirtschaft profitieren, aber auch die Binnennachfrage positive Wirtschaftsimpulse gibt". Zwar sei die Stimmung in der Wirtschaft nicht mehr so herausragend wie im vergangenen Jahr, von Trübsinn könne gleichwohl keine Rede sein.

Zur Einschätzung der Prognose-Daten hilft es allerdings, auf die Entwicklung der Metall- und Elektroindustrie im vergangenen Jahr zu schauen. Sie hat nach Daten des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall 2007 mehr als 100.000 Stellen geschaffen. "Entgegen allen Unkenrufen sind vor allem gut bezahlte Stammarbeitsplätze entstanden", sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser. Der Anteil der Zeitarbeiter in der gesamten Branche liege bei etwa fünf Prozent. Die Stammbelegschaften würden 2008 weiter aufgestockt, so Kannegiesser. Es werde allerdings immer schwieriger, geeignete Fachkräfte zu finden.

itz/mik/ddp/AFP