Prognose des ZEW Weltwirtschaft bremst Aufschwung
Mannheim - Der vom ZEW ermittelte Index sank von 45,3 Punkten im August auf 38,4 Punkte, wie das Institut mitteilte. Zuvor befragte Analysten hatten dagegen einen leichten Anstieg des Wertes auf 46 Punkte prognostiziert.
Der "schwindende Konjunkturoptimismus" am Finanzmarkt sei auf die voraussichtlich nachlassende Dynamik der Weltwirtschaft und die uneinheitlichen Konjunkturdaten aus den USA zurückzuführen, so das ZEW. Eine Belebung der deutschen Inlandsnachfrage sei bislang nicht absehbar. Durch den hohen Ölpreis werde dem Konsum ein zusätzlicher Dämpfer verpasst.
Die aktuelle Konjunktursituation beurteilen die Finanzmarktexperten wegen der verbesserten Industrieproduktion weniger schlecht als vergangenen Monat. Der ZEW-Lageindikator verbesserte sich nach Angaben des Instituts von minus 65,2 Punkten auf minus 61,5 Punkte.
Für die Eurozone sehen die knapp 300 befragten Analysten und institutionellen Investoren weiterhin bessere Perspektiven als für Deutschland. Allerdings sei der Indikator der Konjunkturerwartungen um 7,3 auf 44,7 Punkte gefallen. Der Indexwert zur Beurteilung der aktuellen Lage stieg nach Angaben des ZEW von minus 33,5 im August auf minus 27,3 Punkte.
Der Euro gab nach der Daten-Veröffentlichung leicht auf 1,2245 Dollar von rund 1,2260 Dollar nach. "Die Zahlen waren schon erstaunlich schlecht", sagte ein Händler. Allerdings sei die Kursreaktion doch vergleichsweise moderat. Die Märkte warteten vor allem auf die US-Konjunkturdaten, die am frühen Nachmittag anstehen. Der Deutsche Aktienindex gab nach Veröffentlichung der Daten 0,3 Prozent auf 3941 Zähler nach.