Prognose Deutscher Automarkt wird dauerhaft schwächeln
Frankfurt am Main - Der Neuwagen-Absatz im Inland wird nie mehr die Größenordnung der vergangenen Jahre erreichen. Das erwartet zumindest der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Robert Rademacher. Der Rückgang sei die logische Schlussfolgerung aus dem demografischen Wandel und der längeren Lebensdauer der Wagen, sagte er der Branchenzeitung "Automobilwoche". Der Verbandspräsident bezifferte den Bedarf auf nur noch rund drei Millionen Wagen pro Jahr - bisher ging die Autoindustrie von etwa 3,5 Millionen Wagen aus.
"Was wir derzeit im Automobilhandel in Deutschland erleben, ist mehr als eine kleine Delle", sagte Rademacher. Im ersten Halbjahr wurden mit 1,57 Millionen Autos 9,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum verkauft. Grund dafür sei nicht nur die Mehrwertsteuererhöhung zu Jahresbeginn sowie die Verunsicherung der Verbraucher durch die Klimaschutzdebatte - sondern die fehlenden jungen Neuwagen-Käufer. Der ZDK repräsentiert 40.200 Autohäuser und Werkstätten in Deutschland.
Rademacher warnte die Branche vor zu hohen Preisnachlässen angesichts der Flaute auf dem Automarkt. "Wenn wir weiter von 3,5 Millionen Stück pro Jahr ausgehen, dann holen wir uns die 'Rabattitis' selber ins Haus. Zumal jeder Händler irgendwo immer ein paar Wagen zu viel auf dem Hof stehen hat." In den vergangenen zehn Jahren seien in der Branche bereits gut 60.000 Arbeitsplätze verloren gegangen.
wal/dpa-AFX