Prognose Regierung rechnet langfristig mit Rentensteigerung
Hamburg - Nach Jahren der Stagnation zeigt sich bei den Renten auf lange Sicht wieder Licht am Ende des Tunnels - sofern die optimistischen Einschätzungen der Bundesregierung zutreffen: Danach sollen die gesetzlichen Renten bis 2020 um rund 21 Prozent steigen. "Dies entspricht einer durchschnittlichen Steigerungsrate von 1,4 Prozent pro Jahr", heißt es im Entwurf des neuen Rentenversicherungsberichts der Bundesregierung. Diesen will das Bundeskabinett am kommenden Mittwoch verabschieden.
Die Prognose gründet auf der Annahme, dass der Einstieg in die schrittweise Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre wie geplant 2012 beginnt und Löhne und Beschäftigung deutlich wachsen. "Bei den Löhnen wird nach 2010 von einer Steigerung der Zuwachsraten von gut zwei Prozent auf drei Prozent bis 2020 ausgegangen." Die Beschäftigung nimmt der Prognose zu Folge bis 2020 um rund 800.000 zu. Die Entwicklung der Renten hängt von der künftigen Entwicklung der Löhne und Beschäftigung ab.
Dies trifft auch für die Rentenfinanzen zu: Der Beitragssatz zur Rentenversicherung wird die von der Koalition angepeilte 20-Prozent-Marke langfristig nur dann einhalten können, wenn die Annahmen zur Lohn- und Beschäftigungsentwicklung eintreffen. Allerdings hat die Regierung schon eine erste Korrektur vorgenommen. Danach erwartet sie für 2020 einen Beitragssatz von 20 Prozent. Im letzten Bericht war sie noch von 19,9 Prozent ausgegangen.
Die Bundesregierung will den Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung Anfang 2007 von derzeit 19,5 auf 19,9 Prozent erhöhen. Notwendig wäre wegen der aktuell günstigen Kassenlage zwar nur eine Anhebung auf 19,7 Prozent. Die Regierung will aber Belastungen in den kommenden beiden Jahren vorbauen. Nach Darstellung der "Zeit" ist 2007 mit einem Einnahme-Minus von 3,3 Milliarden Euro in der Rentenkasse zu rechnen, ein Jahr später von 2,3 Milliarden Euro.
Nach Einschätzung der Regierung bleibt der Rentenbeitragssatz zwischen 2007 und 2012 bei 19,9 Prozent stabil und sinkt dann in den beiden Folgejahren bis auf 19,2 Prozent. Danach steigt er bis 2020 auf 20,0 Prozent. Derzeit unterbliebene Rentenkürzungen sollen wie angekündigt zur Hälfte ab 2011 mit Rentenerhöhungen verrechnet werden.
kaz/dpa