Prognose: Rentenbeitrag wird auf 20 Prozent steigen - DER SPIEGEL
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Prognose Rentenbeitrag wird auf 20 Prozent steigen

Kurz vor seiner Grundsatzrede droht dem Bundeskanzler eine weitere Blamage: Seine Regierung hatte bisher versprochen, die Rentenbeiträge würden ab 2004 wieder sinken. Stattdessen müssen sie wohl auf ein neues Rekordniveau angehoben werden.
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Berlin - Mehreren Zeitungsberichten zufolge rechnen die Träger der Rentenversicherung mit einem Anstieg um 0,4 Punkte auf 19,9 Prozent des Bruttoeinkommens. Erst zu Jahresbeginn war der Beitrag von 19,1 auf 19,5 Prozent erhöht worden. Die Regierung hatte dies damals als Notmaßnahme deklariert und in Aussicht gestellt, dass die Beiträge auf Grund von Reformen im Jahr 2004 sinken würden.

Das Bundessozialministerium ist den Berichten dann auch entgegen getreten. "Das ist Panikmache", sagte ein Ministeriumssprecher.

Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" ("FTD") werden Experten der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) am Donnerstag aber eine Studie vorstellen, derzufolge der Beitrag im nächsten Jahr auf den genannten Rekordsatz steigen muss. Die Studie basiert der "FTD" zufolge auf den Zahlen des Schätzerkreises der Rentenversicherung. Dieser habe Mitte Februar getagt und einen dramatischen Einbruch der Einnahmen festgestellt "Eine Beitragsprognose zu einem so frühen Zeitpunkt ist zwar absolut unüblich, aber die Zahlen stimmen", habe es bei den Trägern der Rentenversicherung dazu geheißen.

Auch der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" zufolge hat die neue Berechnung ergeben, dass der Beitragssatz wegen der verschlechterten Wirtschaftsdaten in den nächsten zwei Jahren auf 19,9 Prozent erhöht werden muss. Erst im Jahr 2006 könnte der Satz dann wieder auf 19,7 Prozent gesenkt werden, schreibt das Blatt.

Der Regierungssprecher bestätigte, dass es zahlreiche Risikofaktoren wie die konjunkturelle Lage oder die Folgen eines Irak-Krieges gebe. Es sei aber noch zu früh, einen derartigen Anstieg der Beitragssätze zu prognostizieren. Erst im kommenden Herbst sei die Entwicklung für 2004 seriös abzuschätzen.

Die Rentenversicherung sei bei ihrer Berechnung von einem Wirtschaftswachstum von nur noch 0,5 Prozent und von einer anhaltend hohen Zahl von Arbeitslosen ausgegangen. Dies entspricht der Einschätzung der Wirtschaftsinstitute entspricht, die Bundesregierung selbst geht von optimistischeren Prognosen aus.