Prognose Wirtschaft wächst 2000 um 2,7 Prozent
Hamburg - Die Krisen in Asien, Russland und Lateinamerika sind nach Ansicht des HWWA überwunden, insofern könne die deutsche Wirtschaft, angetrieben durch den Export, in den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts stetig wachsen. 2000, so das renommierte Hamburger Wirtschaftsinstitut, werde das Bruttoinlandsprodukt um 2,7 Prozent und 2001 zwischen 2,5 und 3 Prozent zunehmen. Dann werde sich auch das im Dezember vorgestellte Steuerpaket der Bundesregierung erstmals in der Konjunktur bemerkbar machen, sagte Eckhardt Wohlers, Leiter der HWWA-Abteilung "Internationale Makroökonomie". Er und der Präsident des Archivs, Thomas Straubhaar, sehen die Steuerreformen aber nur als ersten Schritt einer umfassenden Strukturveränderung in Deutschland.
"Die Reformen müssen jetzt in Gang kommen, da das Wirtschaftswachstum ein günstiges Umfeld bietet", sagte Straubhaar. Andernfalls sei die im europäischen Vergleich immer noch hohe Arbeitslosenquote nicht in den Griff zu bekommen. Zwar werde die Zahl der Arbeitslosen bis 2001 auf rund 3,7 Millionen sinken, doch das habe hauptsächlich demographische Ursachen. Verharre die Politik auf den bislang vorgelegten Neuerungen, dann werde das Bruttoinlandsprodukt wahrscheinlich nicht weiter wachsen oder eventuell sogar abnehmen - mit den entsprechenden Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, so der HWWA-Präsident.