Prognosen: Deutschland schlittert Richtung Rezession - DER SPIEGEL
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Prognosen Deutschland schlittert Richtung Rezession

In diesem Jahr wird es kaum noch Wirtschaftswachstum geben. Bundesregierung, Unternehmen und Forschungsinstitute korrigierten ihre Konjunkturprognosen weiter nach unten.
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Berlin - Die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von unter einem Prozent. Nach momentanem Beratungsstand gehen sie von 0,7 Prozent aus. Offiziell werden die Institute ihr Herbstgutachten am kommenden Dienstag vorlegen.

Für nächstes Jahr rechnen sie mit einem Konjunkturplus zwischen einem und 1,5 Prozent. Bundesfinanzminister Hans Eichel nannte am Donnerstag ähnliche Zahlen. Er erwartet für 2001 nun nur noch ein Wachstum von 0,75 Prozent und für 2002 ein bis 1,5 Prozent. Mit dem Konjunktureinbruch seien milliardenschwere Steuermindereinnahmen für Bund, Länder und Gemeinden verbunden, so der Minister.

Bisher hatte Eichel für dieses Jahr ein Konjunkturplus von zwei Prozent und für nächstes Jahr von 2,25 Prozent vorhergesagt. Er deutete an, 2002 Abstriche an seinem Sparkurs machen und eine höhere Neuverschuldung in Kauf nehmen zu müssen.

Führende Banken rechnen ebenfalls mit einem Wachstum in diesem Jahr von knapp unter einem Prozent. Erst im kommenden Jahr sei ein leichter Aufwärtstrend in Sicht, hieß es übereinstimmend. Die Dresdner Bank geht von 0,8 Prozent in diesem und von etwa 1,5 Prozent im kommenden Jahr aus. Erst für die zweite Jahreshälfte 2002 sei eine stärkere Besserung in Sicht.

BDI-Präsident Michael Rogowski geht für 2001 von einem Konjunkturplus "nahe an der Null-Grenze" aus. Er sagte im DeutschlandRadio, ein Überschwappen der Rezession aus der USA sehe er nicht. Rogowski forderte erneut ein Vorziehen der für 2003 und 2005 beschlossenen Entlastungsstufen der Steuerreform.

Der DGB forderte ein milliardenschweres, international abgestimmtes Konjunkturprogramm, um ein Abrutschen in die Rezession zu verhindern. "Mit dem Warten auf bessere Zeiten muss jetzt Schluss sein!" Notfalls müsse Eichel eine höhere Staatsverschuldung in Kauf nehmen. Die IG Metall will in Tarifgesprächen hohe Lohnzuwächse durchsetzen, um die Kaufkraft und damit die Binnenkonjunktur zu beleben. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt lehnte dies jedoch ab.