Prognosen Die Konjunktur schmiert ab
Hamburg - Das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA) erwartet für das laufende Jahr nur noch ein Wachstum von 1,7 Prozent in Deutschland. Nachdem die Wirtschaftsdaten für das erste Quartal 2001 schlechter als erwartet ausgefallen seien, habe man die Prognose von 2,1 Prozent Wachstum aus dem April nach unten korrigieren müssen, teilte das Institut am Montag in Hamburg mit. Es sei allerdings nicht mit einer Rezession in Deutschland zu rechnen, sondern lediglich mit einer Wachstumsdelle.
Institut für Weltwirtschaft: Wachstum nur noch 1,3 Prozent
Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) nimmt seine Prognose sogar auf 1,3 Prozent zurück. Die Exporte seien im ersten Quartal 2001 erstmals seit 1998 wieder zurückgegangen und die Inlandsnachfrage habe sich außerordentlich schwach entwickelt, teilte das Institut am Montag in Kiel mit. Im zweiten Quartal, dessen Daten noch nicht vorliegen, war die konjunkturelle Grundtendenz nach Ansicht der Kieler Forscher noch etwas schwächer. Die Wirtschaftsleistung sei nur wenig gestiegen.
Nach einem schwachen Start in das Jahr 2001 mit einem Bruttoinlandsprodukt von nur 1,4 Prozent in den ersten drei Monaten dürfte die Grundtendenz im zweiten Quartal noch etwas schwächer gewesen sein, so die Experten. Darauf deuteten Frühindikatoren wie Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe sowie das Geschäftsklima hin. Die Industrieproduktion sei im April weiter zurückgegangen. Allerdings dürfte mit der günstigeren Witterung die Baukonjunktur wieder etwas angezogen haben. Alles in allem sei das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Vierteljahr wohl nur wenig gestiegen.
In der zweiten Jahreshälfte sollte die Konjunktur nach Einschätzung der Experten aber allmählich wieder an Schwung gewinnen. "Wir rechnen damit, dass das gegenwärtige Stimmungstief bei den Unternehmen im Verlauf des Sommers überwunden wird und einem neuen Optimismus weicht", schrieben die Experten. Von den Ölpreisen seien keine weiteren dämpfenden Effekte zu erwarten. Auch andere Sonderfaktoren, die zur Erhöhung des Preisauftriebs beigetragen hätten, sollten entfallen. Der private Konsum solle anziehen und gegen Jahresende sollte dann die weltwirtschaftliche Erholung die Exporte stimulieren.