ProSieben-Poker: Springer könnte Senderanteile abgeben - DER SPIEGEL
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ProSieben-Poker Springer könnte Senderanteile abgeben

Der Medienkonzern Axel Springer sucht weiter fieberhaft nach einer Lösung im Streit um die ProSiebenSat.1-Übernahme. Um das Kartellamt zu besänftigen, will der Verlag laut einem Pressebericht Teile der Sendergruppe für weitere Partner öffnen.
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Frankfurt am Main - Am Wochenende habe der Verlag mit der Fernsehgruppe SBS Broadcasting über einen möglichen Einstieg des europäischen TV-Konzerns bei ProSieben oder Sat.1 verhandelt, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) unter Berufung auf Bankenkreise. Springer erhoffe sich mit der zu den Finanzinvestoren Permira und KKR gehörenden TV-Kette als Partner eine Genehmigung der Fusion.

Eine Verlagssprecherin wollte sich dazu nicht äußern. Das Bundeskartellamt hat Springer bis zum 12. Januar Zeit gegeben, neue Vorschläge zu machen. Gegen ein Veto des Kartellamts kann der Medienkonzern gerichtlich vorgehen oder einen Antrag auf Ministererlaubnis stellen. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet allerdings unter Berufung auf Verlagskreise, es sei äußerst unwahrscheinlich, dass Springer eine solche Erlaubnis bei Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) beantragen werde. "Ob wir diesen Weg gehen werden, ist absolut offen", sagte die Springer-Sprecherin.

Sowohl das Kartellamt als auch die Kommission zur Ermittlung von Konzentration im Medienbereich (KEK) stellen sich gegen eine Fusion der Medienunternehmen. Die KEK berät heute erneut über den geplanten Zusammenschluss. Sie beharrt auf ihrem Vorschlag, einen Fernsehbeirat zu installieren, der die alleinige Programmverwaltung und -kontrolle für einen der zwei großen Sender der Münchener Senderkette übernimmt.

Selbst ein völliger Rückzug aus dem Geschäft scheint angesichts des massiven Widerstands möglich. Die "SZ" berichtete, Döpfner prüfe, ob der Verlag seine Fernsehpläne komplett aufgeben solle, falls das Kartellamt oder die KEK die Fusion untersagten.