ProSiebenSat.1: Kartellamt genehmigt Einstieg von Saban - DER SPIEGEL
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ProSiebenSat.1 Kartellamt genehmigt Einstieg von Saban

Der Weg für die Übernahme des größten deutschen Fernsehkonzerns ProSiebenSat.1 durch den US-Milliardär Haim Saban ist frei. Das Bundeskartellamt stimmte dem Kauf der insolventen KirchMedia am Donnerstag ohne Auflagen zu.
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Bonn/München - Damit bekommt erstmals ein ausländischer Investor die Kontrolle über einen wichtigen Teil des deutschen Fernsehmarkts. Da Saban in Deutschland bislang nicht aktiv ist, sahen die Wettbewerbshüter aber keine Gefahr einer marktbeherrschenden Stellung des neuen Besitzers.

Der US-Unternehmer hatte nach einem monatelangen Verhandlungspoker im März die Kaufverträge für ProSiebenSat.1 und den Filmrechtehandel der KirchMedia unterschrieben. Kurz zuvor hatte sich der Hamburger Bauer-Verlag als letzter Bieter aus dem Bieterwettstreit zurückgezogen. Der Kaufpreis für die Filetstücke der zusammengebrochenen KirchGruppe liegt nach Schätzungen in Branchenkreisen bei rund zwei Milliarden Euro. Zu dem TV-Konzern gehören neben ProSieben und Sat.1 auch die Fernsehsender Kabel 1 und N24. Zudem übernimmt Saban die Rechte über rund 18.000 Filme und Serien, die Firmengründer Leo Kirch in Jahrzehnten zusammengetragen hatte. Die KirchMedia hatte vor gut einem Jahr als erste der Kirch-Gesellschaften Insolvenzantrag gestellt.

Endgültig soll der Verkauf an Saban im Juni abgeschlossen werden. Als Partner will sich bis dahin auch der französische Fernsehsender TF1 an ProSiebenSat.1 beteiligen. Konzernchef Patrick Le Lay hatte am Mittwoch eine Größenordnung von zehn Prozent genannt. Dafür wolle der Sender 100 bis 150 Millionen Euro zahlen. Für Unruhe hatte in der vergangenen Woche allerdings ein Streit zwischen den Gläubigerbanken und Saban um die Kreditbedingungen gesorgt. Diese Auseinandersetzung wird das Geschäft nach Einschätzung von Branchenkennern aber nicht gefährden.

Der gebürtige Ägypter Saban hat sich aus eigener Kraft zu einem der mächtigsten Medienmanager in den USA emporgearbeitet. In den USA ist er unter anderem mit der Schaffung der US-Version der "Power Rangers" bekannt geworden. Durch den Kauf der KirchMedia steigt er nun auch in Deutschland zu einem der großen Spieler der Medienlandschaft auf. Er will das Unternehmen vom Firmensitz in München aus wieder auf Erfolgskurs bringen.