ProSiebenSat.1: Springer behält seinen Anteil - DER SPIEGEL
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ProSiebenSat.1 Springer behält seinen Anteil

Der Axel-Springer-Verlag will nach SPIEGEL-Informationen seinen Anteil am Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 vorerst behalten. Das Übernahmeangebot, das die neuen Mehrheitseigner KKR und Permira den verbleibenden Aktionären gemacht haben, wird nicht angenommen.
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Hamburg - Springer besitzt 12 Prozent der börsennotierten Vorzugsaktien und weitere 12 Prozent der mit Stimmrechten ausgestatteten Stammaktien, die nicht notiert sind. Weil das Angebot für die Vorzugsaktien mit einem Preis von 22,45 Euro je Papier deutlich unter dem Börsenkurs liegt, hat nur ein Bruchteil der Anleger von der Offerte Gebrauch gemacht. Die schon einmal verlängerte Frist war am 10. April um Mitternacht abgelaufen.

KKR und Permira wollen den Konzern ohnehin an der Börse lassen und haben kein Interesse daran, die Aktionäre mit viel Geld zum Ausstieg zu bewegen. Für die Stammaktien indes hatten die neuen Besitzer mit 28,71 Euro einen weitaus attraktiven Preis geboten.

Springer-Chef Mathias Döpfner hatte bei der Bilanzpressekonferenz Anfang März gesagt, der Verlag werde bis zum 10. April entscheiden, ob er sein Gesamtpaket behalte, abgebe oder aufstocke. Der Anteil an der TV-Gruppe sei für die Fernsehstrategie des Verlages strategisch jedenfalls nicht entscheidend.

Das Votum gegen einen Verkauf der Papiere begründete eine Sprecherin des Verlages auf Anfrage damit, man habe sich weiter alle Optionen offen halten wollen. Auch über die Börse will der Konzern nach eigenen Angaben vorerst keine Aktien abstoßen.

Eine Rolle dürfte dabei auch gespielt haben, dass Springer erst vor kurzem viel Geld an seine Besitzer zurückgegeben hatte: Der Konzern erhöhte die Dividende gegenüber dem Vorjahr um mehr als das Doppelte, unter anderem weil es nicht gelang, das Geld sinnvoll für Übernahmen auszugeben. Weil ein großer Zukauf derzeit nicht absehbar ist, ist auch der Verkauf der TV-Anteile nicht geboten.

Springer besitze zudem ausreichend finanzielle Flexibilität für den Fall, dass sich doch eine größere Akquisitionschance biete, betont der Verlag. Im vergangenen Jahr war Springer mit seinem Versuch, ProSiebenSat.1 zu übernehmen, an kartell- und medienrechtlichen Bedenken gescheitert.

Darüber hinaus dürfte der Verlag nun abwarten wollen, wie die Bewertung der Sendergruppe SBS ausfällt, die ProSiebenSat.1 übernehmen will. Das Unternehmen gehört ebenfalls KKR und Permira, die beide Gruppen zum zweitgrößten paneuropäischen TV-Konzern hinter der RTL Group zusammenführen wollen.

Im Mai wird die Bewertung der Bücher von SBS stattfinden, die sogenannte Due Diligence. Vor der zweiten Jahreshälfte steht mithin nicht fest, welchen Preis ProSiebenSat.1 für die SBS-Übernahme zahlen muss und welche Folgen dies für die weitere Entwicklung der TV-Gruppe hat.