ProSiebenSat.1-Übernahme Springer verschafft sich Luft
Berlin - Ob Saban auf die hohen Verzugszinsen verzichtet, die er laut Vertragsklausel durch das Abwarten auf das Votum des Kartellamtes kassieren würde, ließ Fels offen. Sie wolle über den konkreten Inhalt und das Ergebnis der Gespräche keine Angaben machen. Es gebe aber keinerlei Anlass, davon auszugehen, dass man sich nicht über das weitere Vorgehen werde verständigen können, fügte die Verlagssprecherin hinzu.
Bisher war vereinbart worden, dass Springer ab dem 23. Januar 820.000 Euro Zinsen pro Tag zahlen muss, falls die Übernahme dann noch nicht zustande gekommen ist. Springer hat den Preis von geschätzt 2,5 Milliarden Euro für den TV-Konzern noch nicht an Saban überwiesen, weil vereinbart war, erst ein Okay der Wettbewerbsbehörden abzuwarten.
Der Verlag wird jetzt nach Angaben des Springer-Verlags die Untersagung der Fusion durch das Bundeskartellamt abwarten und dann entscheiden, ob der Weg einer Klage oder einer Ministererlaubnis beschritten wird oder ob die Fernsehpläne aufgegeben werden, sagte Fels. Dann werde es erneut ein Gespräch mit Saban geben.
Unterstützung für die Fusion kommt unterdessen von Hessens Ministerpräsident Roland Koch. Es handle sich um einen "klassischen Fall, in dem eine Ministererlaubnis diskutiert werden muss", sagte er in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die geplante Fusion sei "eine Frage von nationalem Interesse". Er befürchtet im Falle einer Ablehnung durch das Kartellamt, dass ProSiebenSat.1 an internationale Investoren verkauft werden könnte.