Protestbewegung: Starbucks-Fans wollen Filialen erhalten - DER SPIEGEL
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Protestbewegung Starbucks-Fans wollen Filialen erhalten

Zuneigung ist das Unternehmen nicht gewohnt: Bislang wurde Starbucks eher mit Hass-Kampagnen überzogen. Doch nun will Kaffee-Gigant zahlreiche Filialen schließen - und die Kunden protestieren.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Kristin ist wirklich traurig: "Ich kann nicht glauben, dass mein Starbucks schließen soll", schreibt die Frau aus Minnesota auf der Web-Seite "SOS - Save our Starbucks". Ob das Unternehmen es sich nicht noch einmal überlegen wolle? Nein, eigentlich nicht: 600 Filialen will das Kaffee-Haus in den gesamten Vereinigten Staaten schließen.

"Ich bin am Boden zerstört", sagt Kate Walker, die sich der Bewegung ebenfalls angeschlossen hat. Die Filiale in ihrem New-Yorker-Bürogebäude soll dichtgemacht werden - für Walker eine Katastrophe: "Der nächste ist bestimmt zwei Blocks weiter. Aber das sind zwei Blocks zu viel."

Aus allen Teilen der USA melden sich mittlerweile Starbucks-Kunden, die für den Erhalt der Filiale in ihrer Nähe kämpfen wollen, berichtet das "Wall Street Journal". "SoS - Save our Starbucks" - die Web-Site, auf der Kunden ihren Protest veröffentlichen, ist dabei nur ein Kanal: Viele Enttäuschte rufen direkt beim Unternehmen an oder schreiben Briefe, meldet die Zeitung.

Den Konzern überrascht die Welle der Sympathie: Bislang beschwerten sich die Amerikaner eher über das Unternehmen - wenn es eine neue Filale aufmachen wollte. Besonders unabhängige Kaffee-Läden und Anwohner beklagten sich über Starbucks. Der Einheits-Look der Filialen zerstöre den individuellen Charakter einer Stadt, so lautete stets das Argument.

Wie Starbucks auf die unerwartete Zuneigung seiner Kunden reagieren will, weiß das Unternehmen noch nicht: "Das ist nicht einfach", sagte ein Sprecher der Zeitung.

cvk