Puma Gewinn sinkt, Umsatz legt zu
Herzogenaurach - Den Umsatz konnte Puma um rund ein Drittel steigern, damit blieb der MDAX-Konzern hinter den Erwartungen des Marktes zurück. Für das Gesamtjahr bestätigte Puma seine Prognose und stellt eine höhere Dividende in Aussicht.
Wie Puma in Herzogenaurach mitteilte, sank der operative Gewinn (EBIT) um 4,8 Prozent auf 123,1 Millionen Euro und der Gewinn vor Steuern um den gleichen Prozentsatz auf 125,2 Millionen Euro. Der Überschuss verringerte sich um 5,2 Prozent auf 87,1 Millionen Euro. Die Konzernerlöse stiegen um 30,3 Prozent auf 699,2 Millionen Euro aber damit nicht so stark wie erwartet.
Aktie legt kräftig zu
An der Börse verbuchte die Aktie des Sportartikelherstellers ein kräftiges Plus von 3,47 Prozent auf 289 Euro. "Marktteilnehmer, die schwache Zahlen erwartet hatten, wurden auf dem falschen Fuß erwischt", sagte ein Börsianer. Die Zahlen seien nicht so schwach wie zuletzt befürchtet ausgefallen. In den Wochen zuvor hatte es Gerüchte gegeben, Puma könnte eventuell eine Gewinnwarnung veröffentlichen, was den Kurs belastet hatte.
Die operativen Aufwendungen stiegen im dritten Quartal um 44,7 Prozent auf 228 Millionen Euro. Dem Unternehmen zufolge liegen die Ausgaben im Zusammenhang mit der Phase IV der Unternehmensstrategie nach neun Monaten im Rahmen der Erwartungen. Der Konzern hatte im vergangenen Jahr angekündigt, bis 2010 verstärkt Mittel für die regionale Expansion und den Ausbau der Marke auszugeben, was die Ergebnisse im laufenden Jahr belasten sollte.
Auftragsbestand in USA stagniert
Der Auftragsbestand legte Ende September währungsbereinigt um 25,5 Prozent oder in Euro um 22,9 Prozent auf 1,024 Milliarden Euro zu. Dabei stagnierte allerdings der wichtige US-Markt. Vorstandschef Jochen Zeitz verwies auf die hohe Vergleichsbasis des Vorjahres.
Zudem sei das "Back to school"-Geschäft eher verhalten verlaufen. Insgesamt habe sich der US-Markt aber im Rahmen der Erwartungen entwickelt. Die Aufträge Ende September beinhalten im wesentlichen Lieferungen für das vierte Quartal 2006 und das erste Quartal 2007.
Bei Analysten gilt der Auftragsbestand deshalb als Indikator für das künftige Wachstum. Zeitz kündigte an, dass sich das Orderverhalten der Kunden künftig verändern könnte, da Puma statt zwei nun vier Kollektionen pro Jahr auf den Markt bringt.
Prognose bestätigt - Wachstum in 2007
Für das Gesamtjahr bestätigte seine Prognose und erwartet weiterhin einen EBIT-Rückgang auf rund 360 Millionen Euro (Vorjahr: 398). Das Konzernergebnis soll im oberen einstelligen Bereich sinken.
Der Umsatz wird hingegen um bis zu 35 Prozent über dem Vorjahresniveau erwartet. Im vierten Quartal ist laut Puma erneut mit einem starken Umsatzwachstum zu rechnen. Das Ergebnis soll in den letzten drei Monaten einen zweistelligen Rückgang aufweisen. Das vierte Quartal ist für den Sportartikelhersteller traditionell ein schwaches. In 2007 ist laut Zeitz von weiterem Wachstum auszugehen, obwohl keine großen Sportereignisse anstünden. Puma werde seine Position weiter ausbauen, sagte er.
Zugleich gab Puma bekannt, dass Vizechef Martin Gänsler aus persönlichen Gründen seinen Vertrag über 2007 hinaus nicht verlängern wird. Gänsler war über 25 Jahre bei Puma tätig, seit 1993 als Vorstandsmitglied und seit 1998 als Stellvertreter von Zeitz. Er war für die Bereich Forschung, Entwicklung und Design sowie Beschaffung zuständig.
tim/dpa-AFX