Quartalsbilanz: Time Warner schreibt 16 Milliarden Dollar Verlust - DER SPIEGEL
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Quartalsbilanz Time Warner schreibt 16 Milliarden Dollar Verlust

Miese Bilanz für die US-Mediengiganten: Wegen einer riesigen Abschreibung hat Time Warner im Schlussquartal 2008 einen Nettoverlust von 16 Milliarden Dollar verbucht. Walt Disneys Gewinn ist um 32 Prozent eingebrochen - Konzernchef Igner warnt vor bedrohlichen Veränderungen im Kundenverhalten.
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New York - Die deutliche Zurückhaltung der Anzeigenkunden in der Rezession setzt US-Medienkonzernen stärker zu als befürchtet. Die Branchengiganten Walt Disney und Time Warner mussten am Jahresende einen kräftigen Gewinnrückgang verschmerzen und blicken zudem skeptisch in die Zukunft. Ihre Aktien verloren deshalb an der Wall Street am Mittwoch deutlich an Wert.

Time Warner hat wegen einer riesigen Abschreibung im Schlussquartal 2008 einen Nettoverlust von 16 Milliarden Dollar verbucht. Das teilte der US-Medienriese am Mittwoch in New York mit. Hauptgrund für den Verlust seien die kriselnde Internet-Sparte und das Kabel- und Verlagsgeschäft. In diesen Bereichen musste der Konzern insgesamt 24,2 Milliarden Dollar abschreiben.

Der Konzern hatte zuvor vor hohen Abschreibungen gewarnt. Das Minus fiel dennoch noch höher aus als bereits befürchtet. Ein Jahr zuvor hatte der Besitzer von CNN und den Filmstudios Warner Bros. noch einen Gewinn von einer Milliarde Dollar erzielt.

Auch abgesehen von den Abschreibungen liefen die Geschäfte bei Time Warner nach Angaben vom Mittwoch zuletzt schlechter als erwartet. Der Umsatz sank um drei Prozent auf 12,3 Milliarden Dollar. Die Aussichten für die Zukunft sind ebenfalls trüb: In diesem Jahr wird es Time Warner nach eigener Einschätzung nicht gelingen, seinen Gewinn zu steigern.

Walt Disney verzeichnet Gewinneinbruch

Auch Walt Disney verbuchte im abgelaufenen Quartal einen Gewinneinbruch um 32 Prozent auf 845 Millionen Dollar. Der Rückgang zog sich durch alle Sparten: Der Betriebsgewinn der Themenparks sank um 24 Prozent auf 382 Millionen Dollar, Media Networks verbuchte einen Rückgang um 29 Prozent auf 655 Millionen Dollar. Hier schlugen sich unter anderem die sinkenden Werbeeinnahmen der TV-Sender wie ABC nieder.

Auch mit DVD-Verkäufen der Filme aus den eigenen Studios machte Disney ein deutlich schlechteres Geschäft als im Vorjahr: Der Betriebsgewinn der Sparte lag im ersten Quartal des Geschäftsjahres um 64 Prozent niedriger bei 187 Millionen Dollar. Es fehlte ein Kassenschlager wie "Fluch der Karibik - Am Ende der Welt", der das Weihnachtsgeschäft 2007 dominiert hatte.

Insgesamt lagen die Erlöse um acht Prozent unter dem Vorjahr bei 9,6 Milliarden Dollar. Dabei grenzten die Themenparks den Abschwung dank zahlreicher Aktionen und Rabatte auf vier Prozent ein. Media Networks verzeichnete einen Rückgang um fünf Prozent. Die DVD-Verkäufe von Disney-Filmen brachen indes um 26 Prozent ein.

Konzern-Chef Robert Iger äußerte sich skeptisch über die Aussichten: Neben der Wirtschaftskrise sei das Unternehmen Veränderungen im Kundenverhalten ausgesetzt, die es so nur einmal in hundert Jahren gebe. Dies könne einen langfristigen Einfluss auf die Nachrichtensender und DVD-Verkäufe haben. Iger bekräftigte die Pläne, die Kosten stärker zu reduzieren.

Die schlechten Zahlen von Disney und Time Warner gelten auch als böses Omen für den Konzern News Corp. des Medienmoguls Rupert Murdoch, der unter anderem am verlustträchtigen deutschen Bezahlfernsehsender Premiere beteiligt ist und ebenfalls diese Woche Geschäftszahlen vorlegen wollte.

ssu/AP/dpa-AFX/Reuters

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