Quartalsdelle: BMW verkauft viel und verdient wenig - DER SPIEGEL
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Quartalsdelle BMW verkauft viel und verdient wenig

Zuerst die gute Nachricht: BMW hat im dritten Quartal weit mehr Autos verkauft als im entsprechenden Vorjahresquartal. Doch der schwache Dollarkurs, steigende Rohstoffpreise und ein intensiver Wettbewerb machten den Münchenern einen kräftigen Strich durch die Rechnung.
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München - Zum Verdruss der Anleger und Analysten ging der der Überschuss deutlich um 6,5 Prozent auf 448 Millionen Euro zurück. Analysten hatten dank des hohen Absatzwachstums mit einem deutlich besseren Abschneiden des Münchner Konzerns gerechnet.

An der Informationspolitik des Autokonzerns liegt es jedoch nicht, dass die Überraschung groß war. BMW weist bereits seit Jahresanfang darauf hin, dass die so genannten externen Faktoren das Ergebnis in diesem Jahr belasten werden. Zwar bestätigte der Konzern am Donnerstag erneut seine Prognose, dass beim Ergebnis das hohe Niveau des Vorjahres "in etwa" erreicht werden soll - doch nach den jetzt vorgelegten Zahlen halten Analysten auch einen Ergebnisrückgang von zehn Prozent für möglich. Im vergangenen Jahr hatte der Autobauer noch einen Rekordüberschuss von 2,22 Milliarden Euro eingefahren.

Von Juli bis September lieferte der BMW fast 342.000 Autos der Marken BMW, Mini und Rolls Royce aus und steigerte seinen Absatz damit um satte 15,4 Prozent. Damit schaffte der Konzern auf Quartalssicht den höchsten Zuwachs in diesem Jahr. Der Umsatz stieg von 10,61 Milliarden Euro im Vorjahr auf 11,72 Milliarden Euro.

Aber die "negativen Faktoren" hinterließen ihre Spuren trotz der emsig vorangetriebenen Sparbemühungen - das Ergebnis vor Steuern brach um 16,9 Prozent auf 647 Millionen Euro ein. Dank einer niedrigeren Steuerlast reduzierte sich das Minus unter dem Strich auf 6,5 Prozent.

Autosparte muss Federn lassen

Den Rückgang hatte vor allem die Autosparte zu verantworten. Hier sank das Vorsteuerergebnis von 694 auf 639 Millionen Euro. Die Motorradsparte, die sich dank neuer Modelle langsam wieder erholt, verbesserte ihr Ergebnis vor Steuern von minus 13 Millionen auf nun plus vier Millionen Euro. Im Bereich Finanzdienstleistungen stieg das Vorsteuerergebnis von 141 auf 163 Millionen Euro.

Ein negativer Sondereffekt belastete zudem das Finanzergebnis im dritten Quartal mit 175 Millionen Euro. Dies sei auf die Neubewertung der Umtauschanleihe auf Aktien des Triebwerkherstellers Rolls Royce PLC zurückzuführen, die der Konzern im Jahr 2003 begeben hatte, hieß es weiter. Die Aktie des britischen Unternehmens war im dritten Quartal kräftig gestiegen. Analysten hatten jedoch bereits im Vorfeld darauf hingewiesen, dass es sich allein um einen Bucheffekt handelt, der nichts mit dem operativen Geschäft von BMW zu tun hat.

Trotz der zahlreichen negativen Einflüsse gibt sich der Autokonzern weiterhin zuversichtlich. "Wir werden unsere erfolgreiche Geschäftsentwicklung fortsetzen", versicherte Konzernchef Helmut Panke. Neben der Ergebnisprognose bekräftigte er das Absatzziel. So will der Konzern mit einem Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich einen neuen Absatzrekord erzielen. Zuletzt hatte Panke auf der IAA in Frankfurt diese Prognose bereits auf ein Plus von neun Prozent beziffert.

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